Change Management

Veränderungen planen & steuern

von | Jan 17, 2020

Umgang mit Veränderung

Change Management: Veränderungsprozesse erfolgreich steuern

Mit Change Management lassen sich anstehende Veränderungen in einem Unternehmen erfolgreich umsetzen und verankern. Wichtig sind dabei Transparenz und Kommunikation innerhalb des Unternehmens, damit bei den Mitarbeitern möglichst keine Zweifel und Unsicherheiten entstehen. Wir erklären dir, worauf es beim Veränderungsmanagement ankommt.

Was ist Change Management?

In einem Unternehmen sind Veränderungen normal. Sie lassen sich nicht aufhalten oder verhindern, aber sie lassen sich kontrollieren bzw. managen – und genau darum geht es beim Change Management. Per Definition beschreibt das Change Management also die Planung und Steuerung (das Management) von sämtlichen Veränderungsprozessen in einem Unternehmen. Das Ziel ist es, die Prozesse strategisch, kontrolliert und wirkungsvoll umzusetzen.

Damit das funktioniert, ist es unerlässlich, den Ist-Zustand stetig zu kontrollieren und auf Veränderungen rechtzeitig mit entsprechenden Maßnahmen zu reagieren. Zusammengefasst bedeutet das: Das Change Management bzw. Veränderungsmanagement umfasst alle Maßnahmen, Prozesse, Aufgaben und Tätigkeiten, die zur Umsetzung von Veränderungen beitragen.

Was macht Veränderungen in Unternehmen so schwierig?

Da die Märkte in den meisten Branchen schnell wachsen und sich fortlaufend verändern, sind Firmen dazu gezwungen, sich innerhalb kurzer Zeit an neue Bedingungen anzupassen. Neue Abteilungen, neue Mitarbeiter oder Umverteilungen im Team – das sind nur einige von vielen möglichen Veränderungen, die in diesem Zusammenhang erforderlich sein können. Allerdings werden solche Prozesse nicht von allen betroffenen Mitarbeitern positiv auf- oder angenommen.

Laut dem Harvard Professor John P. Kotter, der im Bereich des Change Managements bekannt geworden ist, scheitern insgesamt etwa 70 Prozent der Veränderungsprozesse. Die häufigsten Gründe: Widerstand bei den Mitarbeitern und der Rückfall in alte Muster und Verhaltensweisen.

Es ist also nicht nur wichtig, Veränderungen umzusetzen, sondern diese auch den Mitarbeitern zu kommunizieren und schmackhaft zu machen. Außerdem müssen Unternehmen sich vor Augen führen, dass Change Management ein fortlaufender, dynamischer Prozess ist und kein Projekt, das sich „abschließen“ lässt.

Mit dem Change Management lassen sich Veränderungen in Unternehmen erfolgreich steuern und langfristig verankern.

Die acht Phasen des Change Managements

Damit Veränderungsprozesse nicht von Beginn an scheitern, entwickelte John P. Kotter ein Stufenmodell, das acht Phasen definiert, die für ein erfolgreiches Change Management unabdingbar sind.

1. Bewusstsein für Dringlichkeit

Bevor Veränderungsprozesse in die Wege geleitet werden, muss innerhalb des Unternehmens ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass und warum ein Wandel erforderlich ist. Als Change Manager benötigst du hier gute und klare Argumente, um die nötigen Veränderungen zu beleuchten. Betone dabei auch Worst-Case-Szenarien, die eintreten können, wenn das Unternehmen nicht auf die aktuelle Marktsituation reagiert und keine Change-Prozesse stattfinden.

2. Team aufbauen

Change Management sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wichtig ist ein eingespieltes Führungsteam, in dem die einzelnen Mitglieder miteinander vertraut und alle essenziellen Kompetenzen vertreten sind. So ist sichergestellt, dass das Team gemeinsam und effizient daran arbeitet, erfolgreiche Veränderungen innerhalb des Unternehmens zu erzielen.

3. Strategie entwickeln

Jeder Change-Prozess bedarf einer durchdachten Strategie. Welche Veränderungen soll es geben? Was ist das langfristige, übergeordnete Ziel? Ist dieses Ziel definiert, wird es insgesamt einfacher, darauf hinzuarbeiten und zielführende Strategien zu entwickeln.

4. Vision kommunizieren

Mitarbeiter von Veränderungen zu überzeugen, ist nicht immer leicht. Wichtig sind dabei jedoch Kommunikation und Transparenz. Visionen und Strategien sollten im Rahmen des Change Managements klar und kontinuierlich an Mitarbeiter kommuniziert werden, damit diese eine Vorstellung davon haben, was im Unternehmen passiert.

5. Mitarbeiter befähigen

Was muss getan werden, damit Mitarbeiter und das Kernteam in der Lage sind, Veränderungen umzusetzen? Welche Kompetenzen sind notwendig? Sinnvoll sind in dieser Phase zum Beispiel Weiterbildungen und Schulungen, um den Mitarbeitern das nötige Know-how zu vermitteln. Gleichzeitig sollten dabei alte Prozesse hinterfragt und überarbeitet werden.

6. Erfolge sichtbar machen

Veränderungen sind für Mitarbeiter oft schwer anzunehmen, weil sie groß und abschreckend wirken – insbesondere dann, wenn es zu Beginn der Change-Prozesse nur schleppend vorangeht. In diesem Fall ist es wichtig, kleinere Zwischenziele und Meilensteine zu bestimmen und das Erreichen ebendieser sichtbar zu machen. Die kleinen Erfolge tragen maßgeblich dazu bei, dass Mitarbeiter motivierter sind und das Change Management stärker vorantreiben.

7. Veränderungen antreiben

Auch wenn bereits erste Erfolge erzielt und Veränderungen umgesetzt wurden, ist es wichtig, die Change Prozesse weiterhin zu verfolgen. Hier gilt es, weiterzudenken und neue Veränderungen anzuregen.

8. Veränderungen verankern

Veränderungen sind ein langfristiger Prozess – genau deswegen sollte diese Phase nicht unterschätzt werden. Viele Unternehmen machen den Fehler und ruhen sich auf den ersten Erfolgen aus, sodass Mitarbeiter schnell wieder in alte Muster verfallen. Aus diesem Grund ist es notwendig, die Veränderungen fest und nachhaltig in der Unternehmensphilosophie zu verankern.

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Methoden und Maßnahmen des Veränderungsmanagements

In dem Stufenmodell wird bereits deutlich, dass erfolgreiches Change Management sich vor allem durch eines auszeichnet: Kommunikation. Da Mitarbeiter die Entscheidungen von Führungskräften nicht immer nachvollziehen können, müssen alle Abteilungen des Unternehmens miteinbezogen werden – frühzeitig, transparent und vor allem regelmäßig. Grundsätzlich gibt es verschiedene Wege und Methoden, um Informationen zu vermitteln. Doch nicht alle sind gleichermaßen für jedes Unternehmen geeignet. Vielmehr hängt es von der Information und deren Bedeutung ab, welcher Kanal am besten geeignet ist.

Mögliche Kommunikationswege im Change Management

  • Schwarzes Brett
  • Unternehmenszeitung
  • Workshops, Schulungen und Fortbildungen
  • Meetings
  • Betriebsversammlungen
  • Video- und Telefonkonferenzen
  • Firmeninterner Newsletter
  • E-Mails
  • Einzelgespräche
  • Coachings
  • Intranet
  • Teambuilding-Maßnahmen

Tipps für ein erfolgreiches Change Management

Bist du in deinem Unternehmen am Change Management beteiligt, gibt es einige Maßnahmen, mit denen du Veränderungen erfolgreich umsetzen und verankern kannst. Unsere Tipps haben wir hier für dich zusammengefasst.

1. Transparenz

Beim Veränderungsmanagement ist Transparenz das A und O – das gilt für die gesamten Change- Prozesse und Maßnahmen. Achte darauf, dass Neuigkeiten stets an alle Mitarbeiter und Abteilungen weitergegeben werden. Werden Informationen nicht kommuniziert, weckt das bei Mitarbeitern schnell den Eindruck, dass die Führungskräfte etwas vertuschen oder verschweigen möchten. Das wiederum sorgt schnell für Verunsicherung innerhalb der Firma.

2. Kommunikation und Reaktion

Zunächst ist es wichtig, alle Schritte im Unternehmen zu kommunizieren. Damit ist es aber noch nicht getan! Neben der reinen Vermittlung von Informationen müssen Entscheidungen den Mitarbeitern gegenüber nachvollziehbar begründet werden. Berücksichtige auch die Reaktionen der Angestellten: Frage nach ihren Ansichten, Meinungen sowie Sorgen und gehe auf diese ein.

3. Mitarbeiter einbeziehen

Die Mitarbeiter wollen an die Hand genommen und miteinbezogen werden. Hier ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten, welche Parteien von möglichen Veränderungen betroffen sind. Versuche, dich möglichst in alle Perspektiven hineinzuversetzen, um Erwartungen und Reaktionen nachvollziehen sowie Bedürfnisse erfüllen zu können. Hole dir von den einzelnen Gruppen Anregungen und Meinungen ein, um die Change-Prozesse passgenauer zu gestalten.

4. Umsetzungsplan

Beim Change Management ist es wichtig, eine Strategie vor Augen zu haben. Dabei hilft ein Umsetzungsplan, in dem die Ziele und die einzelnen Schritte genau definiert werden. Ein solcher Plan sollte als einer der ersten Schritte erstellt werden – noch bevor die Strategie an die Mitarbeiter weitergegeben wird. Ansonsten entsteht womöglich der Eindruck, dass Führungskräfte bzw. Change Manager nicht wissen, was sie tun.

5. Hinter den Veränderungen stehen

Wenn die Mitarbeiter sehen, dass Führungskräfte und Change Manager an die angekündigten Veränderungen glauben, verringern sich die Ängste und Unsicherheiten automatisch. Achte deswegen auf sichere, aktive und selbstbewusste Formulierungen, wenn du mit Angestellten kommunizierst. Strahle in der internen Kommunikation aus, dass du an die Maßnahmen glaubst und vollkommen hinter den getroffenen Entscheidungen stehst.

Freya
denkt gern viel nach | mag Tiere und die Natur | sieht in allem das Gute
Schreib uns: info@powerful-me.de

 

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