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Eine Kur für die Seele

Stressabbau in der Natur: Wandern für einen freien Kopf

Typische Neujahrsvorsätze lauten häufig „Stress vermeiden oder abbauen“, „Mehr bewegen oder Sport machen“, „Mehr Zeit für sich selbst“ oder „Mehr Zeit für die Familie und Freunde“.

Aller Anfang ist schwer! Davon kann der Wanderexperte Nick Wassong ein Lied singen. In diesem Gastbeitrag berichtet er, wie die Natur sein Wohlbefinden verändert hat und er durch regelmäßiges Wandern beweglicher und mit deutlich mehr Energie durch sein Leben geht. Nick hat das Wanderblog UrbanHiker.de gegründet. Er berichtet dort regelmäßig über seine Wanderungen, Reiserlebnisse und gibt Wandertipps. Er genießt die Natur in vollen Zügen und es zieht ihn in die ganze Welt auf verschiedenste Trails und Wanderwege. Daher freuen wir uns sehr, ihn als Gastautor gewonnen zu haben.

Für mich ging es darum, wieder mehr Balance im Leben zu finden. Meine Lösung lautete Bewegung in der Natur.

Wandern für mehr Balance

Die heutige Arbeitswelt stellt große Herausforderungen an unser Leben – viele Termine, ständige Selbstoptimierung und immer mehr Aktivitäten und Anforderungen. Jedem und allem gerecht zu werden ist häufig unmöglich. Bevor ich mit dem Wandern begonnen habe, fand ich mich häufig in Stresssituationen, aus denen ich schwer wieder herauskam. Selbst durch Sportarten wie Joggen oder den regelmäßigen Gang ins Fitnessstudio stellten sich nicht die richtigen Effekte ein. Für mich ging es darum, wieder mehr Balance im Leben zu finden. Meine Lösung lautete Bewegung in der Natur. Also startete ich mit regelmäßigen Wanderungen. Denn es ist wissenschaftlich bewiesen: Wer sich im Wald unter Eichen, Buchen und Fichten bewegt und entspannt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Schon 20 Minuten im Grünen reichen aus, um das Stresslevel deutlich zu verringern. Wichtig dabei: Mach Digital Detox und schalte dein Handy aus, um bestmögliche Effekte zu erzielen!

Wandern – den inneren Schweinehund überwinden

Wenn man möchte, findet man immer eine Ausrede – Regen, Schnee, Wind oder zu viel Sonne. Es lohnt sich, den inneren Schweinehund zu überwinden! Um mit dem Wandern zu beginnen, empfehle ich, zunächst eine passende Wanderstrecke zu wählen. Die Streckenlänge sollte dabei für Anfänger nicht mehr als 10-12 Kilometer überschreiten und nicht allzu viele Höhenmeter haben. Starte mit einer Laufgeschwindigkeit von vier bis sechs Stundenkilometern. Achte auf deine Grenzen, denn steigern kannst du dich mit der Zeit immer noch. Lass auch nicht zu, dass das Wetter dir einen Strich durch die Rechnung macht. Wandern im Regen oder bei Nebel hat auch seinen Reiz. Selbstverständlich solltest du dich nicht in Gefahr begeben und auf Sturm- und Gewittermeldungen achten. Passende Wanderstrecken in deiner Nähe findest du über Websites wie Outdooractive, Komoot – oder du wirfst einen Blick auf meinen Blog!

Achtsamkeit beim Wandern

In der Natur beim Wandern lässt sich Achtsamkeit besonders gut trainieren. Benutz deine Sinne im Wald. Atme tief ein und aus und genieß die Gerüche der Laub- und Nadelhölzer. Spür den weichen mit Moos bedeckten Waldboden. Berühre die Bäume und spür das raue Holz. Hör auf den plätschernden Bach oder die im Wind rauschenden Blätter. Schau dir die blühenden Pflanzen im Frühling an oder genieß die kräftigen Grüntöne. Lass dir die kalte Winterluft um die Nase wehen und genieß den Schnee, wie in Kindertagen.

Trau dich, allein zu wandern

Keine Frage, zusammen mit Freunden und deinen Lieben eine Wanderung zu machen ist ein wunderbares Erlebnis. Aber um Stress abzubauen, empfehle ich dir eine Wanderung allein.

Wenn du allein wanderst, bist du nur für dich selbst verantwortlich. Du setzt deine Energie nur für dich ein und musst nicht anderen zuhören, sondern nur dir selbst.

Hör auf deinen Körper, nimm wahr, was du fühlst und wie es dir geht. Wärmt dich die Sonne oder ist dir kalt? Denkst du an die Arbeit, an die Familie oder Themen, die dich bewegen? Alle Gedanken sind in Ordnung.

Nicks Alpenüberquerung

Wander-Challenge und andere Herausforderungen

Wie alle Sportarten kann man auch das Thema Wandern auf die Spitze treiben. Viele versuchen stärker zu sich selbst zu finden, indem sie Wochen oder Monate auf Pilgerreise zum Beispiel nach Santiago de Compostela gehen. Eine Möglichkeit, die ich selbst noch nicht getestet habe, aber sicherlich für den einen oder anderen eine Challenge ist, die einen näher zu sich selbst bringt.

Meine liebste Herausforderung in den letzten Jahren waren meine Alpenüberquerung über den E5 von Oberstdorf bis nach Bozen. Berge geben mir eine unbändige Energie und Kraft. Die Touren habe ich selbst geplant und bin sie jeweils zu zweit gelaufen. Hier habe ich bei meinen Wanderpartnern stets darauf geachtet, dass wir regelmäßig zusammen wandern und uns über längere Zeit gut verstehen und auch gemeinsam schweigen können.

Wenn du über die Alpen wandern möchtest, ist eine gute Vorbereitung der Alpenüberquerung wichtig.

Eine weitere Möglichkeit, sich beim Wandern herauszufordern, sind Ultrawanderungen. Ultrawanderungen sind Märsche, bei denen man 50 km in 12h oder 100 km in 24h wandert. Das ist nicht die Art von Wanderung, die dich zur Ruhe bringt. Allerdings kann es dir passieren, so ist es mir ergangen, dass sich nach so einem Ultramarsch dein Energielevel auch im Alltag erhöht und du mit mehr Power deinen Alltag beschreitest. Dazu ist im Vorfeld aber jede Menge Training erforderlich.

Fazit

Wichtig ist, dass du auf dich und deinen eigenen Körper hörst! Steigere dich langsam und überfordere dich nicht. Such dir eine schöne Strecke und genieß die Zeit in der Natur!

Gastautor Nick Wassong

Nick
ist gern draußen| liebt das Wandern | teilt seine Erfahrungen
Schreib uns: info@powerful-me.de

 

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