Einsamkeit

Wege aus der Einsamkeit finden

Innere Leere

Raus aus der Einsamkeit

Immer mehr Menschen fühlen sich einsam und von ihrem sozialen Umfeld abgeschnitten. Die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich. Vor allem sind die Menschen heutzutage digital vernetzt, während die echten sozialen Interaktionen deutlich zurückgehen. Wenn du mit Einsamkeitsgefühlen zu kämpfen hast, kann sich das langfristig auf deine Gesundheit und Lebensqualität auswirken.

Was ist Einsamkeit?

Einsamkeit beschreibt das schmerzliche Gefühl bzw. die Empfindung, von anderen Menschen abgeschieden und getrennt zu sein. Die Betroffenen fühlen sich verlassen und nicht zugehörig. Sie haben das Gefühl, dass sie auf andere unattraktiv wirken und nicht gebraucht werden. Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl und bezieht sich vor allem auf den seelischen Abstand zu den Mitmenschen.

 

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Alleinsein bedeutet nicht gleich Einsamkeit.

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Der Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit

Fälschlicherweise werden die Begriffe Einsamkeit und Alleinsein oft gleichbedeutend benutzt, allerdings ist hier eine Unterscheidung wichtig: Alleinsein bedeutet nicht gleich Einsamkeit. Während Einsamkeit eine subjektive Komponente beschreibt, also ein unangenehmes und schmerzliches Gefühl der Abgeschiedenheit, bezieht sich Alleinsein auf einen Zustand, also eine objektive Komponente. Gemeint ist damit zunächst nur der räumliche Abstand zu anderen Menschen.

Du kannst zum Beispiel allein etwas unternehmen, allein im Büro oder zuhause sein – das bedeutet aber nicht automatisch, dass du einsam bist.

Einsamkeit beschreibt vielmehr das intensive Gefühl, von der Welt verlassen und ungeliebt zu sein. So kannst du beispielsweise mit vielen Menschen zusammen sein und dich trotzdem einsam fühlen.

Wie entsteht Einsamkeit?

Für Einsamkeitsgefühle gibt es in der heutigen Zeit verschiedene Auslöser. Ein wesentlicher Grund ist der sich wandelnde Lebensstil. Immer mehr Personen leben allein in einem Haushalt und sind nur noch über das Internet miteinander vernetzt. Hier gibt es jede Menge Möglichkeiten zur Kommunikation, doch echte Interaktionen und Gespräche kommen deutlich zu kurz. Dadurch steigt das Risiko, zu vereinsamen und sich von der Außenwelt abgeschieden zu fühlen.

Häufige Umzüge, ein Leben in der Großstadt, Distanz zu Familien und Freunden – all das sind Umstände, die soziale Kontakte erschweren und auf lange Sicht zu Einsamkeitsgefühlen führen können. Das betrifft vor allem Personen, die zum Alleinsein bzw. Alleinleben gezwungen sind, beispielsweise durch ihre berufliche Situation.

Persönliche Einstellungen, die zu Einsamkeit führen können

Es sind nicht nur die äußeren Umstände, die das Gefühl von Einsamkeit begünstigen, sondern auch eigene Gedanken und Einstellungen. Besonders empfänglich sind Menschen, die sich in ihren Gedanken isolieren und allgemein eine negative Lebenseinstellung haben. Sie stehen sich selbst und ihren Mitmenschen kritisch gegenüber und können sich kaum auf die positiven Dinge im Leben konzentrieren. Ähnlich ist es bei Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und einem negativen Selbstbild.

Sie sind unsicher, fühlen sich unverstanden und es fällt ihnen schwer, sich selbst zu akzeptieren. So haben die Betroffenen das Gefühl, dass sie unwichtig sind und anderen Menschen nichts bieten können.

Sie haben Angst davor, zurückgewiesen zu werden und suchen bewusst die Distanz zu ihren Mitmenschen. Auch schüchterne Menschen sind anfällig für Einsamkeit, da sie Schwierigkeiten haben, auf andere Menschen zuzugehen. Durch ihre Angst vor Ablehnung warten sie lieber darauf, angesprochen zu werden, weil sie mit einer Zurückweisung nicht umgehen können.

Die Phasen von Einsamkeit

Nicht jedes Gefühl von Einsamkeit ist per se etwas Schlechtes, denn jeder Mensch fühlt sich von Zeit zu Zeit einmal einsam. Vielmehr lässt sich Einsamkeit in unterschiedliche Phasen und Schweregrade unterteilen, die jeweils einen anderen Zustand von Einsamkeitsgefühlen beschreiben.

1. Vorübergehende Einsamkeit

Die momentane oder vorübergehende Einsamkeit ist meist eine Folge von einschneidenden Veränderungen in deinem Leben. Dazu gehören Umstände wie ein Umzug, Auszug der Kinder, die Trennung von einem langjährigen Partner oder ein neuer Job. All diese Fälle haben gemeinsam, dass du mit einer neuen Situation konfrontiert wirst, an die du dich zunächst gewöhnen musst. In solchen Phasen ist es nicht ungewöhnlich, dass du dich eine Zeit lang unsicher und von anderen Menschen entfremdet oder distanziert fühlst.

Die vorübergehende Einsamkeit ist nicht zwangsläufig schädlich, vielmehr hilft sie dir, dich an neue Situationen anzupassen und Veränderungen leichter zu akzeptieren.

2. Andauernde Einsamkeit

Wenn das Gefühl der Einsamkeit nach einigen Wochen nicht verschwindet und zu deinem ständigen Begleiter wird, gehst du in die Phase der andauernden Einsamkeit über. Dieser Zustand kann sich negativ auf deinen Gemütszustand und deine sozialen Kompetenzen auswirken. Es fällt dir immer schwerer, Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen und Gespräche zu führen. Vielleicht verlierst du sogar die Freude an Dingen, die du zuvor gern gemacht hast, wie Hobbys.

3. Chronische Einsamkeit

Dauern die Einsamkeitsgefühle mehrere Monate oder sogar Jahre an, ist von chronischer Einsamkeit die Rede. In dieser Phase verlieren sich die Betroffenen in ihrer Einsamkeit, haben soziale Kontakte und Beziehungen vollständig abgebrochen. Auch die Kompetenzen, Kontakt aufzunehmen und Beziehungen zu pflegen, sind verschwunden. In dieser Phase fühlst du dich von anderen Menschen abgelehnt, überflüssig und unattraktiv. Es fällt dir schwer, dich selbst wertzuschätzen, selbstbewusst zu sein und Komplimente anzunehmen. Betroffene ziehen sich zurück und reagieren auf Interaktionen mit anderen Menschen sogar verbittert oder gereizt.

Welche Folgen kann Einsamkeit haben?

Chronische Einsamkeit kann gesundheitliche Folgen haben und sich negativ auf die Lebensqualität auswirken. Viele Menschen empfinden Einsamkeitsgefühle sogar schmerzhafter als eine körperliche Erkrankung, da sie von körperlichen und seelischen Beschwerden begleitet werden.

Häufig entwickeln einsame Menschen Angststörungen oder eine Depression, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg sozial isoliert leben.

Die Einsamkeit kann aber auch körperliche Symptome hervorrufen, wie verschiedene Studien zeigen: Einsame Menschen haben ein geschwächtes Immunsystem und einen erhöhten Spiegel des Stresshormons Cortisol im Blut. Blutzucker und Blutdruck steigen dauerhaft an. Außerdem sind die Betroffenen anfälliger für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs, Demenz und Krankheiten im Allgemeinen. Im Gegenzug leiden Menschen mit gewöhnlichen sozialen Interaktionen seltener an Krankheiten.

So kannst du deine Einsamkeit überwinden

Wenn du ab und zu mit Einsamkeitsgefühlen zu kämpfen hast, ist das noch kein Grund zum Verzweifeln. Führe dir vor Augen, dass du der Einsamkeit niemals vollständig ausgeliefert bist und dass es immer einen Ausweg gibt. Du kannst aktiv dazu beitragen, die Einsamkeit zu überwinden und dich mit dir und deinen Mitmenschen wohler zu fühlen. Wichtig ist nur, dass du bereit bist, daran zu arbeiten. Dabei können dir unsere Tipps behilflich sein.

1. Sei aktiv und nutze deine Zeit sinnvoll

Suche nach Dingen, die deinem Leben einen neuen Sinn verleihen und dir langfristig eine Perspektive geben. Das kann zum Beispiel eine neue Arbeitsstelle, eine ehrenamtliche Beschäftigung, ein Hobby oder eine Routine in deinem Alltag sein. So nutzt du deine Zeit sinnvoll, erfährst Wertschätzung und lernst neue Menschen kennen, die deine Interessen und Werte teilen.

2. Suche den Kontakt zu deinen Mitmenschen

Suche auf dem Weg aus der Einsamkeit aktiv den Kontakt zu anderen Menschen, pflege deine Kontakte und mache neue Bekanntschaften. Möglichkeiten gibt es genügend: Melde dich zum Beispiel im Fitnessstudio an, belege einen Kochkurs oder unterhalte dich mit deinen Nachbarn.

3. Interessiere dich für andere Menschen

Begegne deinen Mitmenschen offenherzig, freundlich und bringe ihnen Interesse entgegen. Wenn du anderen ein offenes Ohr schenkst, gibst du ihnen ein gutes Gefühl und schaffst Verbundenheit. Dadurch wissen andere Personen, dass sie auf dich zählen können – und so reagieren sie auf dich künftig offener und positiver.

4. Akzeptiere dich, wie du bist

Damit andere ein gutes Bild von dir haben, musst du zunächst ein gutes Selbstbild haben und dich genauso akzeptieren, wie du bist. Führe dir immer vor Augen, dass niemand perfekt ist und dass jeder Mensch seine Schwächen hat. Halte dich also nicht an deinen negativen Eigenschaften auf, sondern konzentriere dich auf deine Stärken und die Dinge, die du an dir magst.

5. Alleinsein ist nicht immer etwas Schlechtes

Wenn du hin und wieder für dich bist, ist das nicht unbedingt etwas Schlechtes, denn das Alleinsein hat auch Vorteile. Vor allem hast du die Möglichkeit, dir Zeit für dich selbst zu nehmen und Kraft zu schöpfen. Außerdem musst du dich nicht nach den Wünschen anderer richten und kannst tun und lassen, was du möchtest.

6. Mache deine Zufriedenheit nicht von anderen Menschen abhängig

Lerne, dir selbst genug zu sein. Du brauchst die anderen Menschen nicht, um glücklich und zufrieden zu sein. Lege weniger Wert darauf, was andere von dir denken oder welche Meinung sie von dir haben. Solche Gedanken hindern dich auf Dauer daran, Kontakte zu knüpfen und zu genießen. Du wirst es nie allen Menschen recht machen können – und das ist völlig normal. Konzentriere dich stattdessen auf die Personen, die dir nah sind und dich bedingungslos akzeptieren.

7. Schaffe dir ein Umfeld, in dem du dich wohlfühlst

Das Alleinsein ist viel einfacher, wenn du dir ein gemütliches Umfeld schaffst, in dem du dich gern aufhältst. Richte deine Wohnung so ein, wie es dir am besten gefällt. Vielleicht ist das eine gute Gelegenheit, neue Bilder aufzuhängen oder neu zu dekorieren.

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