Mehr als tausend Worte

Die Bedeutung deiner Körpersprache 

von | Jan 8, 2020

Nonverbale Kommunikation

Körpersprache – ein Lächeln verrät viel

Ob jemand sauer, traurig oder glücklich ist, erkennen wir an seinem Gesichtsausdruck. Jede Art von Körperhaltung sendet ein Signal – unsere Körpersprache lügt nicht. Arme verschränken, Augenbrauen hochziehen oder Stirnrunzeln. Das alles wird von deinem Gegenüber interpretiert. Was du über die Körpersprache wissen musst und wie du sie lernen kannst, das verraten wir dir hier.

Nonverbale Kommunikation: Wir können nicht nicht kommunizieren

„Mir geht es gut“ – Auf den ersten Blick wirkt dieser Satz grundsätzlich positiv. Spricht dein Gegenüber ihn mit gesenktem Kopf und verschränkten Armen, weißt du direkt, dass das nicht stimmt. Unsere Körpersprache, verrät mehr darüber, wie es uns geht und was wir fühlen, als unsere Worte. Nonverbale Kommunikation findet ununterbrochen statt. Selbst wenn wir uns nicht bewegen und stumm im Raum stehen, kommunizieren wir. Die nonverbale Kommunikation ist sowohl im Alltag, als auch in der Partnerschaft von großer Bedeutung.

In Vorstellungsgesprächen hilft uns unsere Körpersprache und eine bewusst gesteuerte nonverbale Kommunikation dabei, ein bestimmtes Bild von uns zu vermitteln. Der Faktor der Fremdwahrnehmung spielt eine große Rolle. Wie möchten wir von anderen Menschen wahrgenommen werden? Entsprechend unserer Vorstellung versuchen wir, uns zu präsentieren.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“
Paul Watzlawick

Die psychologische Bedeutung der Körpersprache

Der amerikanische Psycholinguist David McNeil beschrieb als Erster die Körpersprache als sprachliches Phänomen. Sein Buch „Hand and Mind“ („Hand und Verstand“) beschäftigt sich mit der These, dass unsere Gesten nicht anderes sind als Gedanken, welche in Bewegungen übertragen wurden. In der Psychologie wird die Körpersprache als Hilfsmittel betrachtet, mit welchem wir Menschen untereinander kommunizieren, neben der Sprache. Signale, die nonverbal übertragen werden, erreichen uns schneller als verbale Signale in Form von Worten. Michael Argyle, Sozialpsychologe in Großbritannien, beschrieb die vier Funktionen von nonverbaler Kommunikation:

1. Steuerung von sozialen Situationen: Ein ständiger Blick auf die Uhr, damit signalisieren wir, dass wir ein Gespräch gerne beenden würden.Mithilfe unserer Körpersprache vermitteln wir unserem Gegenüber Botschaften, die wir verbal nicht ausdrücken möchten oder können.

2. Selbstdarstellung: Unsere Körpersprache vermittelt ein bestimmtes Bild von uns. Wir versuchen uns von unserer besten Seite zu zeigen. Der erste Eindruck zählt.

3. Kommunikation von Einstellungen und Werten: Durch nonverbale Signale lassen sich unsere Werte leichter ausdrücken. Beispielsweise ziehen wir unsere Augenbrauen automatisch hoch, wenn sich unser Gegenüber blöd verhält.

4. Kommunikation von emotionalen Zuständen: In vielen Situationen sind wir verbal nicht in der Lage auszurücken, wie es uns gerade geht und was uns beschäftigt. Die Körpersprache vermittelt unweigerlich unsere Gefühle.

Körpersprache lernen

Jede Form von Kommunikation ist wichtig und muss geübt werden. Vor allem eine bewusste Körpersprache zu erlenen ist nicht leicht, es erfordert viel Konzentration auf dich selbst und ist komplex. Das passiert nicht von heute auf morgen. Mit diesen fünf Tipps und Tricks wirst du deine Körpersprache verbessern.

Authentische Körpersprache erlernen

Jede Form von Kommunikation ist wichtig und muss geübt werden. Vor allem eine bewusste Körpersprache zu erlenen ist nicht leicht, es erfordert viel Konzentration auf dich selbst und ist komplex. Das passiert nicht von heute auf morgen. Mit diesen fünf Tipps und Tricks wirst du deine Körpersprache verbessern.

1. Beginne mit einer Übung

Fange mit einer Übung an. Du hast kein genaues Bild von deiner eigenen Körpersprache? Bitte eine Person deines Vertrauens darum, ein gemeinsames Gespräch mit einer Videokamera aufzeichnen zu dürfen. Im Nachhinein siehst du dir das Video an und bestimmst für dich, was du verbessern muss oder willst. Deine Körperhaltung? Deine Mimik? Weiter unten in diesem Artikel findest du eine Tabelle mit Mimik- und Gestikbeispielen und deren Bedeutung. Wenn du siehst, dass die ein oder andere Sache auf dich zutrifft, setze dich in Folgesituation konkret damit auseinander und achte darauf, den Fehler zu vermeiden. Je zufriedener du mit deiner Körpersprache wirst, desto stärker wird deine Selbstliebe.

2. Welche Wirkung hat deine Körpersprache?

Wie wirkt deine Körpersprache auf andere? Reflektiere mit jemandem, dem du vertraust, dein Auftreten und die damit verbundene Wirkung. Personen, die dich gut kennen, können dir am besten sagen, was sie positiv und negativ aufnehmen.

3. Beobachte!

Beobachte und imitiere deinen Gesprächspartner – die Spiegeltechnik. Hast du jemanden, den du als sehr angenehmes Gegenüber empfindest? Orientiere dich an einer Person, dessen Körpersprache positiv auf dich wirkt. Was macht er anders als du? Was kannst du von ihm übernehmen?

4. Konzentriere dich auf die Hände

Was machst du mit deinen Händen? Aufgeregt einen Stift in der Hand halten, in die Hosentasche stecken oder in die Hüfte stemmen – das gilt es zu vermeiden. Wenn du stehst, lass deine Hände am besten seitlich entspannt nach unten hängen. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, du verlässt deine Komfortzone. Es wird sich langfristig positiv auf deine Körpersprache auswirken. Das entspannte Hängenlassen der Hände ist eine Art neutrale Haltung. Durch sie vermeidest du, anderen unerwünschte Signale zu senden.

5. Suche die Ursache

Gehe der Sache auf den Grund! Gehst du mit hängenden Schultern und dem Kopf nach unten gerichtet, weil dich etwas belastet? Versuche herauszufinden, wie du gegen diese Probleme angehen kannst. Ändert sich deine Stimmung, wirkt sich das auch auf deine Körpersprache aus.

 

Mimik und Gestik deuten

Ein aufrechter Kopf mit leicht gehobenem Kinn strahlt Selbstbewusstsein aus. Das ist nur eins von zig Beispielen, wie unsere Körpersprache bei unserem Gegenüber ankommt. Niemand weiß zu hundert Prozent, was unser Gegenüber gerade wirklich denkt. Ein grundlegendes Verständnis von Mimik und Gestik ist dennoch wichtig. Deswegen haben wir dir eine Liste mit einer Auswahl zusammengestellt, die dir das Deuten von Mimik und Gestik leichter macht.

Körpersignale und ihre Bedeutungen

  • Augen weit offen = Offenheit und Interesse
  • Vorgeneigter Oberkörper = Annäherung und Interesse
  • Zurückgelehnter Oberkörper = Ablehnung und Distanz
  • Angewinkelte Bein = Suche nach Halt und Sicherheit
  • Leicht schräge Kopfhaltung = Konzentration auf das Gespräch
  • Mit dem Fuß wippen = Nervosität
  • Füße leicht geöffnet = Selbstsicherheit
  • Arme vor dem Oberkörper verschränken = Ablehnung
  • Herabhängende Schultern = Nicht belastbar, gestresst
  • Dynamischer Gang = Motivation, Selbstsicherheit
  • Annäherung des Oberkörpers = Zustimmung
  • Blickkontakt = Interesse
  • Mund leicht geöffnet = Interesse
  • An die Nase fassen = Zeichen für Stress
  • Hände falten = strahlt Ruhe aus
  • Kopfnicken = Interesse

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