Selbstliebe üben

Liebe dich selbst 

Definition, Ziele & Methoden

Selbstliebe kannst du lernen

Sich selbst lieben lernen ist für die meisten Menschen die wohl größte Herausforderung ihres Lebens. Wie leicht fällt es dir vor dem Spiegel zu stehen, dich von oben bis unten zu betrachten und dir selbst zu sagen: „Ich liebe dich.“? Oder auch: „Ich bin wertvoll.“, „Ich bin gut so, wie ich bin.“? Kommen dir die Worte überhaupt über die Lippen? Vielen von uns gelingt das nicht.

In uns regt sich ein unbestimmter Widerstand, den wir nicht erklären können. Der erste Schritt zur Selbstliebe ist die innere Überzeugung, dass wir diese Liebe verdient haben, sonst wollen wir sie uns gar nicht entgegenbringen.

Selbstliebe als Voraussetzung für ein glückliches Leben

Wir tragen uns selbst mit uns herum – jede Sekunde, unser ganzes Leben lang. Es gibt Tage, da fühlen wir uns nicht wohl in unserer Haut, vielleicht nach einem begangenen Fehler oder einer Erfahrung des Scheiterns. Vielleicht nach einem Blick in den Spiegel, der uns nicht den perfekten Menschen zeigt, den uns Medien und Gesellschaft vorgaukeln. Aber wir können diese Haut nicht einfach abwerfen. Sie gehört zu uns und macht uns einzigartig. Wir müssen lernen, sie zu lieben, ihre Makel zu akzeptieren und ihre Einzigartigkeiten als Schönheiten zu erkennen. Nur auf diese Weise können wir ein Leben in Zufriedenheit führen.

 

 

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Eine positive Selbstwahrnehmung ist erlernbar.

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Die positive Selbstwahrnehmung 

Ein Leben ohne Selbstliebe besteht aus unterdrückten Bedürfnissen, Angst, Verunsicherung und Schuldgefühlen. Sind diese Emotionen und Mechanismen unsere ständigen Begleiter, kann es uns nicht gelingen, die Schönheiten der Welt draußen wahrzunehmen. Sie wird immer Spiegelbild unserer Selbstwahrnehmung sein. Wenn du schon jetzt einen inneren Widerstand spürst, eine Stimme in deinem Kopf, die sagt: „Aber ich bin nun mal so wie ich bin. Und dieses Ich kann ich nicht lieben.“, dann atme drei Mal tief ein und aus und entlasse diese Stimme damit aus deinem Kopf.
„Niemand wird mit oder ohne Selbstliebe geboren. Sie ist erlernbar und jeder Mensch hat sie verdient.“

Selbstliebe als Schutz

Selbstliebe schützt dich gegen Krisen, weil ein selbstliebender Mensch sich selbst Halt geben kann. Sie befreit dich aus der Abhängigkeit von anderen Menschen, Dingen oder Äußerlichkeiten. Das heißt nicht, dass du anderen Menschen grundsätzlich misstrauen sollst. Es gibt sie, die Menschen, auf die wir uns verlassen können, die uns nicht verlassen, auch wenn wir einen Fehler begangen haben. Aber auch Freunde und Familie können nicht rund um die Uhr für dich da sein – der einzige, der das kann, bist du selbst!

Liebe dich selbst, damit du andere lieben kannst

Wenn du dich selbst liebst, wirst du auch anderen mehr geben, ihnen mehr Liebe entgegenbringen können. Die Selbstsabotage, die viele Menschen mit geringem Selbstwertgefühl betreiben, kostet Unmengen an Energie, die dann frei wird für andere Menschen und die schönen Dinge des Lebens.

Fehlende Selbstliebe macht zwischenmenschliche Beziehungen so schwierig, weil in ihnen oft eine Kompensation für diesen Mangel gesucht wird.

Diesen Mangel kann ein Partner, ein Freund oder die Familie nicht beseitigen. Auch kann es sein, dass du dir einredest, die Liebe oder Zuneigung anderer nicht zu verdienen. All diese Mechanismen entspringen einer ins Negative verzerrten Wahrnehmung deiner selbst. Wir hoffen, dieser Artikel hilft dir, dich akzeptieren und sogar lieben zu lernen, mit allem, was du bist.

Warum es uns so schwer fällt, uns selbst zu lieben

Warum eigentlich fällt uns die Selbstliebe so schwer? Die Ursprünge können vielseitiger Natur sein. Es ist wichtig, dass wir sie uns bewusst machen, um dort mit der Arbeit an uns selbst zu beginnen.

1. Erfahrungen in der Kindheit

Ein geringes oder fehlendes Selbstwertgefühl kann durch Erfahrungen aus frühester Kindheit geprägt sein – das können Schicksalsschläge sein, wie der Verlust eines Elternteils und der folgende Mangel an Liebe. Oder die Erfahrung, nicht „genug“ zu sein, vermittelt durch Eltern, Lehrer oder andere wichtige Bezugspersonen.

Auch wenn wir älter werden, können solche Erfahrungen unser Selbstwertgefühl nachhaltig prägen.

Da unsere emotionale Entwicklung stark auf die Orientierung an Vorbildern aufbaut, kann auch ein Mangel an Selbstliebe bei den Eltern einen negativen Einfluss auf unsere Selbstwahrnehmung haben.

2. Das eigene Scheitern

Ein anderer Trigger für ein negatives Selbstbild sind Erfahrungen des Scheiterns oder begangene Fehler, die wir uns nicht verzeihen können. Übe dich im Loslassen, um ein positiveres Selbstbild aufzubauen. Lerne, dir selbst zu verzeihen – so wie du es gegenüber deinen Liebsten auch tust.

3. Erlebte Zurückweisung

Zurückgewiesene Liebe ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die ein Mensch in seinem Leben machen kann – sei es durch die Eltern oder den Partner. Oft suchen wir den Fehler bei uns, auch hier beschleicht uns wieder das Gefühl, nicht „genug“ zu sein. Ein solches Denken nährt die Selbstzweifel in uns. Diesen destruktiven inneren Stimmen musst du aktiv entgegenwirken.

4. Das perfekte Ich

Seit jeher gaukelt uns die Gesellschaft ein menschliches Idealbild vor, an dem jeder sich messen soll. In Zeiten von Facebook, Instagram und Co. haben die Medien größere Reichweite und stärkeren Einfluss als jemals zuvor. Der perfekte Lifestyle, das perfekte Lächeln, der perfekte Körper tauchen hundert Mal am Tag vor unseren Augen auf. Und doch sind sie nur Trugbilder, die uns in einen ungesunden Perfektionismus treiben. Den perfekten Menschen gibt es nicht, denn jeder Mensch ist einzigartig!

Sich selbst lieben lernen – 15 Tipps

Schalte die destruktiven Stimmen in deinem Kopf aus und sag dir immer wieder: „Ich bin ein wertvoller Mensch, ich verdiene es, mich selbst zu lieben!“ Es ist etwas paradox, dass diese innere Haltung Voraussetzung für die Selbstliebe ist, denn im Grunde ist sie bereits ein Teil von ihr.

1. Sei dir selbst der beste Freund

Wir gehen mit uns selbst viel härter ins Gericht als unsere Liebsten das tun und häufig auch viel härter als wir es mit anderen tun würden. Gehe so mit dir um wie mit guten Freunden: Sei empathisch, zeige Mitgefühl und Verständnis, stoppe die Schwarz-Weiß-Malerei. Wenn du einen Fehler machst, drück auch mal ein Auge zu!

2. Gib deinem inneren Kritiker eine neue Stimme

Ausdruck unseres mangelnden Selbstwertgefühls ist die Stimme des inneren Kritikers in uns. Mangelt es uns an Selbstliebe, hat diese Stimme oft nichts mehr mit gesunder Selbstreflexion zu tun, sondern betreibt geradezu Selbstsabotage, indem sie all die Selbstzweifel in uns bestätigt. Formuliere negative Glaubenssätze um.

3. Lerne, zu akzeptieren

Ein Weg zur Selbstliebe ist die Akzeptanz von Dingen, die wir nicht ändern können. Dazu gehören äußere Umstände ebenso wie Teile unserer Persönlichkeit. Lerne loszulassen – Vorstellungen, wie du oder die Dinge zu sein haben, einfach gehen zu lassen.

4. Freunde dich mit deinem eigenen Spiegelbild an

Betrachte dich selbst im Spiegel ganz genau. Es kann sein, dass dir das am Anfang schwerfällt, dass dir tausend kleine Dinge auffallen, die du an dir nicht magst. Versuche, diese vermeintlichen Makel als das wahrzunehmen, was sie sind: Besonderheiten.

5. Sei ehrlich zu dir und anderen

Bist du ehrlich mit dir selbst und anderen, hast du ein reines Gewissen und bist frei von Schuldgefühlen, die ein starker Trigger für fehlenden Selbstwert sind. Außerdem gewöhnst du dich umso schneller an dein wahres Ich, je eher du aufhörst, dich zu verbiegen.

6. Mach dir selbst Komplimente

Wir machen Menschen, die uns nah sind, gern Komplimente – aus einem Gefühl der Dankbarkeit und Zuneigung heraus und weil ihr Lächeln unser größtes Glück sein kann. Fang an, dir selbst auch Komplimente zu machen, sag dir, was du an dir schätzt, ruf dir Erfolgserlebnisse in Erinnerung.

7. Frage andere, was sie an dir schätzen

Wenn es dir allein noch schwerfällt, positive Eigenschaften an dir zu entdecken, frag mal deine Liebsten! Du wirst eine ungeheure Liste an Dingen vor dir haben, die andere an dir schätzen, und es kaum glauben können. Diese Dinge Schwarz auf Weiß vor dir zu sehen, wird dein Selbstbewusstsein beflügeln.

8. Übe dich in Achtsamkeit

Sei achtsam und habe offene Augen und ein offenes Ohr gegenüber den Dingen um dich herum und deinem Inneren. Dann wirst du nicht nur die kleinen Schönheiten des Alltags besser wahrnehmen, sondern auch deine inneren Emotionen und Bedürfnisse.

 9. Schenke deinen eigenen Bedürfnissen Raum

Achtsamkeitstraining hängt eng mit der Wahrnehmung deiner inneren Bedürfnisse zusammen. Lerne, diese Bedürfnisse zu erkennen und ihnen zu folgen. Es ist nichts Falsches daran, sich selbst auch einmal an erste Stelle zu setzen. Denn nur, wenn wir uns selbst glücklich machen, können wir auch anderen etwas geben.

10. Tue dir selbst etwas Gutes

Wir selbst sollten uns also ab und zu etwas Gutes tun. Ein duftendes Schaumbad bei Kerzenschein, eine Tafel Schokolade, einfach mal auf der Couch liegen und nichts tun – Me-Time ist wichtig! Zeit, die wir nur uns selbst widmen, frei von äußeren Erwartungen und Pflichten.

11. Sei dir selbst genug

Sich selbst „genug“ sein, was heißt das überhaupt? Das heißt, darin zu vertrauen, dass du gut bist wie du bist. Das heißt natürlich nicht, dass du an manchen Verhaltensmustern, die du gern verändern möchtest, nicht arbeiten kannst und sollst – sei dabei aber ehrlich zu dir! Horch tief in dich hinein und frag dich: „Mache ich das gerade für mich oder für jemand anderen?“

12. Folge deinen Träumen und Leidenschaften

Träume und Leidenschaften sind starke Säulen für unser Selbst, die uns buchstäblich durch das Leben tragen, uns Orientierung bieten, etwas, woran wir uns stets festhalten können, wenn alles andere ins Wanken gerät. Nimm dir deshalb immer wieder Zeit in dich hineinzuhorchen: Wo willst du hin? Was macht dich glücklich? Und dann habe den Mut und mach dich auf den Weg.

13. Verzeihe dir selbst

Menschen sind nicht perfekt und sie machen Fehler. Viele tragen ein ständiges Gefühl der Schuld mit sich herum, weil sie sich begangene Fehler nicht verzeihen können. Dieses quälende Gefühl der Schuld hast du nicht verdient! Wichtig ist es, aus Fehlern zu lernen, sich bei den Menschen, die getroffen wurden, zu entschuldigen und es in Zukunft anders zu machen.

14. Übe dich in Dankbarkeit

Schreibe jeden Tag drei Dinge auf, für die du dankbar bist und lies sie dir bei Bedarf immer wieder durch. Ein positiverer Blick auf das Leben wird dich beflügeln und sich auch positiv auf deine Selbstwahrnehmung auswirken.

15. Zeige anderen deine Liebe und Wertschätzung

Die Liebe und Zuneigung, die du anderen Menschen entgegenbringst, kommen zu dir zurück. Du machst damit die Erfahrung, dass du selbst etwas Gutes tun, etwas geben kannst. Und das kann nur aus einem Inneren entspringen, das liebenswert ist.

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