Multitasking

Mythos oder machbar?

von | Jan 20, 2020

Muss das sein?

Der Mythos Multitasking

Am besten alles gleichzeitig schaffen und das so schnell wie möglich! Geht es dir ähnlich? Wenn ja, solltest du schleunigst damit aufhören. Wieso Multitasking schlecht für dich ist und wie du diese Angewohnheit ablegen kannst, erklären wir dir hier.

Was ist eigentlich Multitasking?

In der Psychologie spricht man von Multitasking, wenn eine Person mindestens zwei Tätigkeiten zeitgleich ausführt, die jeweils unterschiedliche Ziele verfolgen. Das ist eine wichtige Abgrenzung, da im Alltag ständig Multitasking notwendig ist – zum Beispiel, wenn wir beim Autofahren gleichzeitig auf die Geschwindigkeit achten, den Straßenverkehr im Blick haben und das Auto steuern. Konzentrieren wir uns nebenbei noch auf eine Freisprechanlage und telefonieren, ist unser Gehirn überfordert.

Außerdem ist es wichtig, Multitasking von einfachen zeitgleichen Erledigungen zu unterscheiden. Es gibt Prozesse in unserem Gehirn, die wir gleichzeitig ausführen können. Wir können beispielsweise mit einem Kollegen am Telefon sprechen und gleichzeitig visuelle Eindrücke aufnehmen. Problematischer wird es jedoch, wenn wir einen Entscheidungsprozess durchlaufen. Wollen wir mit einem Kollegen einen Termin für ein Meeting besprechen, während wir eine E-Mail verfassen, so wird unser Gehirn überfordert und kann keine klaren Entscheidungen treffen.

Multitasking kostet Zeit

Insbesondere bei komplexen Angelegenheiten setzt Multitasking unser Gehirn unter großen Druck. Wir lassen anfallende Aufgaben nach der Hälfte links liegen und beschäftigen uns zeitgleich mit der nächsten. Springen wir ständig von Aufgabe zu Aufgabe, so unterbrechen wir jedes Mal unseren Gedankengang und beginnen wieder von vorn. Das kostet Zeit und Nerven! Zwar haben wir das Gefühl, dass wir produktiver und schneller sind, die Realität sieht aber anders aus.

Es ist kaum möglich, unsere persönlichen Anforderungen, die unseres Arbeitgebers oder die unserer Familie zu erfüllen – die Qualität sinkt. Französische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich unser Gehirn auf maximal eine Tätigkeit konsequent konzentrieren kann. Arbeiten wir an zwei komplexen Sachen parallel, konkurrieren unsere beiden Gehirnhälften darum, die jeweilige Aufgabe besser zu bewerkstelligen. Das Ergebnis: Beide Aufgaben werden nicht zu hundert Prozent zufriedenstellend erledigt.

Mehrfachaufgaben verursachen Stress und machen krank

Multitasking – ein großartiges Konzept, wenn wir viel Arbeit in kurzer Zeit zu erledigen haben. Außerdem sind wir abends zufriedener, wenn wir tagsüber möglichst viele Dinge geschafft haben. In der Realität schaffen wir jedoch weniger, wenn wir mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Auf Dauer kann das zu großem Frust führen und im schlimmsten Fall sogar zu Depressionen. Besonders im Berufsalltag ist es wichtig, zu einer Aufgabe auch mal Nein sagen zu können, damit wir gar nicht erst in die Gefahr des Multitaskings geraten und so unsere Arbeitsergebnisse gefährden.

Also: Lieber eine Aufgabe richtig erledigen, als zwei Sachen nur halb zu schaffen. So bist du abends zufriedener mit der Arbeit und mit dir selbst.

Mit richtigen Selbstmanagement brauchst du kein Multitasking

Teilst du deine Zeit richtig ein und weißt, wie du an eine Aufgabe herangehen musst, fällt es dir auch leichter, dich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Selbstmanagement ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Multitasking zu vermeiden. Ein positiver Nebeneffekt: Konzentrierst du dich nur auf eine einzelne Aufgabe, hast du die Möglichkeit, einen Flow-Zustand zu erleben.

Fünf Tipps, wie du Multitasking vermeiden kannst

Diese Tipps helfen dir dabei, dich künftig nur noch auf eine Sache zu konzentrieren und Multitasking hinter dir zu lassen.

1. Schreibe eine To-Do Liste

So hast du alle Aufgaben, die du erledigen musst, kompakt auf einen Blick. Durch die Abgrenzung der Aufgaben auf dem Papier grenzt du sie automatisch auch in deinem Gehirn voneinander ab. Arbeitest du deine Aufgaben der Reihe nach ab und kannst sie abhaken, führt das zu einem Erfolgserlebnis. Am Ende des Tages siehst du genau, wie viele von deinen Aufgaben du geschafft hast.

2. Setze Prioritäten

Indem du dir selbst Prioritäten setzt, bestimmt du eine Reihenfolge zur Abarbeitung der Aufgaben. Das Wichtigste kommt zuerst und was warten kann, das kommt zum Schluss. Kleinere Aufgaben, die nicht viel Zeit benötigen, aber trotzdem wichtig sind, lassen sich gut zwischendurch erledigen. Nicht jede Aufgabe, die du bekommst, muss zwangsläufig direkt erledigt werden.

3. Lass dir helfen!

Fühlst du dich mit einer Situation überfordert oder hast das Gefühl, dass du nicht alle Aufgaben rechtzeitig und zufriedenstellend erledigen kannst, suche dir Unterstützung. Es ist besser, um Hilfe zu bitten, als nachher von dir selbst enttäuscht zu sein.

4. Sorge für unterbrechungsfreie Zeiten

Weißt du bereits, dass heute eine komplexere Aufgabe auf dich zukommt, die deine volle Aufmerksamkeit benötigt? Nimm dir dafür die entsprechende Zeit und teile auch Kollegen mit, dass du für diesen Zeitraum nur in Notfällen unterbrochen werden möchtest. Am besten suchst du dir für diese Aufgaben einen gesonderten Raum, in dem du nicht gestört wirst. Zwar musst du für deinen Chef und deine Kollegen erreichbar sein, aber erreichbar sein heißt nicht, ständige Unterbrechungen zuzulassen.

5. Schreibe dir deinen Fortschritt auf

Ist eine Unterbrechung nicht zu vermeiden, weil sie eine hohe Priorität hat, schreibe dir auf, wo du gerade bei deiner Aufgabe bist. So vermeidest du Fehler und Ungenauigkeiten, wenn du die Arbeit zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnimmst.

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