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Bewusster leben und handeln

Schutzstrategien: Was ist das und wie kannst du mit ihnen umgehen?

Schutzstrategien: Wir alle haben sie und nutzen sie täglich, oft ohne von ihnen zu wissen. Hier erfährst du, wie du deinen Schutzstrategien einen Schritt näher kommst und sie für dich nutzen kannst. Vor allem dadurch, dass du sie bewusst einsetzt. 

Denn unbewusst sorgen Schutzstrategien häufig für noch mehr inneren Stress, verschärfen Konflikte und erschweren dir vielleicht auch die Beziehung zu  deinen Mitmenschen.

Was sind Schutzstrategien?

Eine Schutzstrategie ist eine Abfolge von Denk- und Handlungsmustern, die unser Unterbewusstsein entwickelt hat, um seelische Verletzungen und daraus resultierende Schmerzen und Gefühle besser zu verkraften und mit ihnen umzugehen. Auch der Schein nach außen soll so gewahrt bleiben. Schließlich präsentiert niemand gern der Welt “da draußen” die eigenen Schwachstellen.

Schutzstrategien entwickeln wir oft schon als Kinder, doch auch im Erwachsenenalter können weitere dazukommen.

So können Aggressivität, Verdrängung, Perfektions- und Machtstreben und viele weitere Schutzmechanismen in verschiedenen Situationen unseres Lebens auftreten. Sie alle haben den Zweck, uns vor seelischem Leid zu bewahren. Mit den Schutzstrategien versuchen wir unbewusst, mit unseren negativen Glaubenssätzen umzugehen.

Glaubenssätze sind tief verankerte Überzeugungen über dich, deine Umwelt und deine Mitmenschen.

Glaubenssätze sind unser psychisches Betriebssystem

Sie steuern unsere Verhaltensmuster, Gefühle und Handlungen. Sie können aus Verletzungen der vier psychischen Grundbedürfnisse (Bindung, Autonomie und Sicherheit, Lustbefriedigung sowie Selbstwertsteigerung und Anerkennung) entstehen. Sind mehrere dieser Grundbedürfnisse verletzt (worden), neigst du auch im Erwachsenenalter dazu, gleich mehrere Schutzstrategien als übliche Denk- und Handlungsmuster heranzuziehen. Dabei fragst du dich oft im Nachhinein, wieso du so unentspannt und gestresst reagiert hast. Der Hintergrund erscheint uns relativ unbekannt, die Probleme dafür umso bekannter – denn diese scheinen wir wie magisch immer und immer wieder anzuziehen. Vielleicht kennst du ja solche Situationen aus deinem Leben.

Aufdecken von Schutzstrategien

Möchtest du besser mit Problemen und Herausforderungen in deinem heutigen Leben umgehen, dann ist es wichtig, dass du sie auf einer tieferen Ebene verstehen lernst. Dafür darfst du dir deine inneren Prägungen, negativen Glaubenssätze samt ihrer Schutzstrategien als Lösungsansatz anschauen.

Gerade mithilfe deiner negativen Glaubenssätze lernst du sogenannte Trigger (Auslöser) kennen und verstehen.

Natürlich ist dieser Prozess nicht immer angenehm und du erfährst vielleicht inneren Widerstand. Das ist tatsächlich auch ein ganz natürlicher Schutzmechanismus. Doch es ist eine große Chance, dich dem zu stellen, denn je eher du deine Schutzstrategien wahrnimmst und sie als solche anerkennst, desto schneller kannst du aktiv die Zügel in die Hand nehmen und bestimmen, ob und inwiefern du sie einsetzen möchtest.

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Wie funktionieren Schutzstrategien?

Schutzstrategien spielen sich in der Regel auf der Verhaltensebene ab. So äußern sie sich entsprechend in deinen Handlungen. Hast du  beispielsweise den Glaubenssatz „Ich genüge nicht“ verinnerlicht, dann gibt es verschiedene Varianten, in denen sich dein Selbstschutz äußern kann.

Der vermeintliche Makel, der sich in diesem negativen Glaubenssätzen zeigt, führt entweder zu einer Schutzstrategie, die diesen überkompensiert. Das heißt, du versuchst unbewusst, deinen Makel zu verstecken. Oder du resignierst und handelst eben genau so, dass du deinen negativen Glaubenssatz bestätigst. Beides kann entweder bewusst oder vollkommen unbewusst geschehen.

Letzteres geschieht vor allem dann, wenn die Strategien schon über Jahre als Schutz eingeübt und verinnerlicht wurden und eben gar nicht mehr als solche angesehen werden.

Laufen Schutzstrategien unbewusst ab, kannst du nur schwer Einfluss auf diese nehmen. Erst, wenn du dir deiner Strategien bewusst bist, bist du dazu in der Lage, selbstbestimmt zu entscheiden. Möchtest du sie weiter fortführen und aktiv einsetzen oder sie eben in eine andere Richtung lenken.

Schutzstrategien haben einen (guten) Zweck – setze sie bewusst ein

Schutzstrategien haben dir in deiner Kindheit gut gedient und dich vor Kränkungen und damit einhergehendem Schmerz bewahrt. Oder dich gelehrt, damit besser umzugehen – meist vollkommen unbewusst. Und bis heute sind sie deine treuen Begleiter, um mit dir selbst und mit anderen Menschen klarzukommen. Dafür verdienen sie deine Anerkennung.

Was dir aber parallel dazu bewusstwerden sollte ist, dass die meisten deiner Schutzstrategien von deinem kindlichen Ich stammen.

Als erwachsene Person hast du heute viel mehr Möglichkeiten, dich in gewissen Situationen selbst zu behaupten. Du brauchst dich heute nicht ausschließlich auf deine Strategien als Selbstschutz zu verlassen.

Deine Strategien können über die Zeit hinweg so tief in dir verankert sein, dass sie dich vor Fortschritten hemmen und in Konflikten als Beschleuniger wirken und du demnach auch die Schutzstrategien deines Gegenübers kaum wahrnimmst. Die Kunst liegt also darin, dass du dir deine Strategien bewusst machst, sie wahrnimmst und dir zu eigen machst oder eben ablegst, wenn du sie als hemmend entlarvst.

Bewusst handeln mit schutzstrategien

Der „Beipackzettel“ der Schutzstrategien

Negative Glaubenssätze machen sich vor allem in Stresssituationen bemerkbar. Dementsprechend handelst du aus deinen Schutzstrategien heraus, um den Druck dahinter zu vermindern und mit den Situationen besser klarzukommen. Je mehr du dich mit deiner inneren Prägung – also den Glaubenssätzen – identifizierst, desto eher stehst du dir manchmal selbst im Weg.

Im Kern sind es allerdings vor allem Selbstschutzstrategien, die häufig Herausforderungen darstellen.

Neigst du beispielsweise dazu zu glauben, dass du nicht liebenswert genug bist, vermeidest du vermutlich den Kontakt zu anderen und engen Beziehungen, damit du nicht verletzt werden kannst. Die daraus resultierende Einsamkeit ist dann dein tatsächliches Problem, und ist das Ergebnis deines Selbstschutzes. Würdest du hingegen den Kontakt zu anderen Menschen suchen und sogar auch über deine Unsicherheiten sprechen, könntest du Verbindung schaffen, und dich dadurch besser fühlen.

Schutzstrategien und deine inneren Antreiber

Das Ganze hängt allerdings auch eng mit deinen inneren Antreibern zusammen. Denn deine Schutzstrategien haben sich insbesondere dann verfestigt, wenn du konstant nach deinen inneren Antreibern wie „Sei perfekt!“, „Sei stark!“, „Mach es allen recht!“, „Streng dich an!“ und „Mach schnell!“ handelst. Du hast dementsprechend deine Denk- und Handlungsmuster angepasst und steigerst dich in diese hinein, um dich selbst darin zu bestärken. Gegen einen gewissen inneren Ansporn ist nichts einzuwenden. Aber meist ist die kritische innere Stimme ja nicht aufbauend, sondern setzt dich noch zusätzlich unter Druck.

Wann kann es hilfreich sein, dich mit deinen Schutzstrategien auseinanderzusetzen? Vier Anzeichen: 

  • Du ziehst immer denselben Schlag von Menschen in deinem Leben an.
  • Du leidest in deinem Beruf immer und immer wieder unter den gleichen Belastungen.
  • Du verhältst dich in Beziehungen zu deinen Mitmenschen oft genau so, wie du es eben nicht möchtest, bist aber in der Situation so gefangen, dass du nicht aus deinem Muster ausbrechen kannst.
  • Dich setzen immer wieder ähnliche Situationen unter Druck und diese machen dich vielleicht sogar wütend.

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Schutzstrategien und ihre Wirkungsbereiche

Deine Schutzstrategien können sich in Varianten äußern, die auch gleichzeitig nebeneinander bestehen können. In der Realität wirst du oft Mischformen der Schutzmechanismen aufgegriffen haben. Zum Beispiel die Kombination aus Perfektions- und Harmoniestreben. Alles um deinen inneren Antreibern „Sei perfekt!“ und „Mach es allen recht!“ gerecht zu werden und dich in deinen Glaubenssätzen zu bestärken.

Welche Schutzstrategie gehört zu dir?

Lies dir die folgenden Schutzstrategien aufmerksam durch. Anhand deiner Empfindungen, die du beim Lesen verspürst, kannst du erkennen, ob du diese Strategien für dich anwendest. Notiere dir gerne, welche es sind und auch in welchen konkreten Situationen sie auftreten. Vielleicht kannst du dein Denken und Handeln hier schon für dich aufbrechen und umschreiben. So machst du dir die Strategie entweder zu eigen oder agierst künftig vollkommen anders, weil es für dich und die Situation nützlicher ist. Mehr Schutzstrategien stellen wir dir in unserem Videoseminar „Schutzstrategien“ vor. Hier kannst du mit dem beiliegenden Workbook noch tiefer in die einzelnen Strategien eintauchen und mit ihnen arbeiten.

1. Realitätsverdrängung

Die Verdrängung von unangenehmen oder gar unerträglichen Realitäten ist in erster Linie ein ganz natürlicher und auch gesunder Selbstschutz, der erst mal als solcher kein Problem darstellt. So filtern wir vollkommen automatisch negative Dinge, Erlebnisse und Gefühle aus unserer Wahrnehmung. Wenn du etwas verdrängst, dann kannst du diesbezüglich auch keine (bewussten) Gefühle, Gedanken und Handlungen entwickeln. Verdrängung tritt also häufig dann ein, wenn du Realitäten erlebst, die unangenehme Gefühle wie Trauer, Angst oder Hilflosigkeit hervorrufen.

Die Realitätsverdrängung ist als die Mutter aller Schutzstrategien zu verstehen, da letztlich jeder Selbstschutz zum Ziel hat, negative Gefühle und Empfindungen in ihrer Wirkung zu hemmen und zu verdrängen.

Neigst du jedoch dazu, all deine Probleme stets zu verdrängen, kann sich dies gegenteilig auf dein Wohlbefinden auswirken. Es kommt vermutlich zu einer Anhäufung all deiner Probleme, die sich im Laufe deines Lebens immer wieder sichtbar machen. Eine aktive Konfrontation mit diesen ist die beste Lösung, um weitermachen zu können und dein Leben angenehmer zu gestalten. Manchmal brauchen wir hierfür auch Unterstützung.

Such dir Hilfe, wenn du spürst, dass du überfordert bist.

2. Projektion und Opferdenken

Projektion bedeutet, dass du all deine Mitmenschen durch die Brille deiner eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrnimmst. Sie betrifft in erster Linie die Funktion der Wahrnehmung, die die Basis für all unser Handeln, Denken und Fühlen ist. Auf der Wahrnehmung baut alles auf. Bist du beispielsweise in einem kontrollierten Verhältnis zu deinen Eltern aufgewachsen, kann es passieren, dass sich das auch in deiner Partnerwahl äußert. So suchst du dir vielleicht immer einen Partner oder eine Partnerin aus, die dominierend ist, weil du dich selbst eher als unsicher einstufst und schon durch deine kontrollierenden Eltern mit deinem zurückhaltenden Verhalten aufgewachsen bist und nichts anderes kennst – und somit auch vermeintlich nicht anders handeln kannst.

Andersherum kannst du Menschen, die augenscheinlich genau die Eigenschaften besitzen, die du gerne hättest, konsequent ablehnen.

Du verspürst eine Antipathie, ohne deinem Gegenüber überhaupt die Chance gegeben zu haben, es wertungsfrei wahrzunehmen. Wir alle sind nicht frei von solchen Wahrehmungsverzerrungen. Umso wichtiger ist es, sich vor Augen zu führen, dass alle Menschen, gerade die, die uns eher unsympathisch in Erscheinung treten oder mit denen wir in Konflikte geraten, eben auch aus ihren Schutzstrategien handeln. Und: Dass wir mitunter Eigenschaften auf sie projizieren (unterstellen), die ihnen nicht eigen sind. Nachsicht, Selbstreflexion und Verständnis – für dich wie auch für deine Mitmenschen – sind die Devise.

3. Angriff und Attacke

Aufbauend auf der Projektion und der daraus resultierenden Wahrnehmungsverzerrung entstehen auch Konflikte, in dem Menschen andere als „Feinde“ wahrnehmen, obwohl diese keine sind. Auch wenn wir mit Emotionen wie Wut und Agressionen unsere Grenzen klar zu verteidigen wissen, sind sie in der ein oder anderen Situation einfach unpassend, nämlich dann, wenn unsere Wahrnehmung verzerrt ist. Gerade Missverständnisse sorgen des Öfteren für Kränkungen. Diese sind dann wiederum oft Trigger für (aktive) Agressionen.

Impulsivität: oft herausfordernd

Personen die eine starke Impulsivität besitzen, können sich in solchen Situationen, in denen ihre Kränkungen durch Äußerungen oder Handlungen anderer getriggert werden, kaum noch beherrschen. Erst im Nachhinein wird ihnen meist bewusst, dass das etwas zu viel des Guten war und sie überreagiert haben. Selbstbeherrschung zu lernen ist ein Prozess und gelingt nicht von heute auf morgen. Es lohnt sich aber mit Meditation und Achtsamkeit die eigene „Explosionsgrenze“ etwas zu verschieben. Für dich selbst und auch für deine Beziehung zu anderen Menschen.

Impulsiv mit Schutzstrategien

4. Flucht, Rückkzug und Vermeidung

Flucht und Rückzug sind Mechanismen, die auftreten, wenn du Konfrontationen aus dem Weg gehen möchtest, denen du dich – entsprechend deiner Glaubenssätze – nicht gewachsen fühlst. Neigst du dazu dich eher selbst zu unterschätzen, bist du vermutlich stetig auf der Flucht. Dabei fliehst du nicht nur vor der Konfrontation mit deinem Gegenüber, sondern auch vor der mit deinen Ängsten und Gedanken. Flucht heißt in dem Zusammenhang allerdings nicht unbedingt, dass du dich immer in deinen eigenen vier Wänden verschanzt. Auch das Hineinstürzen in einen Haufen voll Arbeit, Hobbys oder andere Aktivitäten, die dich von einer aktiven Auseinandersetzung mit deinen negativen Glaubenssätzen und Selbstzweifeln ablenken, sind mögliche Fluchtvarianten. Auch Flucht in Süchte gehört dazu.

Ablenkung und Vermeidung: erst mal nichts Schlechtes

Auch hier gilt: Es geht nicht ums Verteufeln. Ablenkungsstrategien bewahren dich vor einem Zuviel an Informationen und schützen so dein inneres System. Doch auch hier ist das Maß wieder ausschlaggebend. Denn wird die Ablenkung und Vermeidung so groß, dass deine Probleme anstatt kleiner immer größer werden, bewirkst offensichtlich das Gegenteil. Je mehr du Siutionen vermeidest und den Rückzug antrittst, desto mehr verfestigt sich dein Denken, dass du diese niemals bewältigen kannst. Das löst enormen Stress in dir aus – und das schon bei dem bloßen Gedanken daran.

Angst- und Unlustgefühle gewinnen die Oberhand.

Stellst du dich herausfordernden Situationen, kann es auch enormen Stolz in dir auslösen, deine Selbstwirksamkeit steigern und weitere Versuche gelingen dir immer besser.
Identifizierst du dich aufgrund bestimmter Erfahrungen seit dem Kindesalter so sehr mit dieser Schutzstrategie, gibt es für dich zudem die Möglichkeit des inneren Abschaltens. Die sogenannte Dissoziation lässt dich innerlich so wegdriften, dass du im Außen nichts mehr wahrnimmst und keine Schmerzen empfindest. Lediglich Schwingungen und Stimmungen kommen bei dir an, für die du dich dann auch noch verantwortlich fühlst.

Du hast Fragen oder Anmerkungen zum Artikel? Schreib uns gern:
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