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Depressionen: Symptome, Ursachen, Behandlung

Wenn alles hoffnungslos scheint, dir die Freude am Leben fehlt oder du keinen Antrieb mehr hast, könnte eine Depression der Grund dafür sein. Jede vierte Frau und jeder achte Mann erkranken im Laufe ihres Lebens an einer Depression. Schwere Schicksalsschläge oder der Verlust von Familienmitgliedern oder Freunden können eine solche Erkrankung im Leben eines Menschen auslösen.    

Die Symptome müssen nicht immer dauerhaft auftreten, aber sollten einige der Anzeichen für mehr als zwei Wochen bestehen, könntest du von einer Depression betroffen sein. Hier lernst du, was eine Depression ausmacht, und wie du sie erkennst. Außerdem erfährst du, was du tun kannst, wenn du oder Angehörige unter dieser Erkrankung leiden.

Bevor du weiterliest

Du oder jemand, den du kennst, leidet an einer Depression? Zögere nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Depression ist behandelbar und kann überwunden werden. Bei Depressionen und Suizidgedanken erhältst du bundesweit Hilfe bei der Telefonseelsorge unter 0800-1110111 und 0800-1110222. Dort wirst du rund um die Uhr kostenlos und anonym beraten. Eine Psychotherapie kann dir ebenfalls eine große Hilfe bei der Behandlung einer Depression sein. Weitere Angebote zur Hilfe bei Depressionen findest du bei der Deutschen Depressionsliga oder im Register für Krisendienste und Beratungsstellen der Deutschen Depressionshilfe. Niemand muss durch eine Depression alleine durch – die Beratungsstellen, Freunde oder Familie können dir helfen, die richtige Behandlung für dich zu finden.

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Depressionen gehören zu den drei häufigsten Krankheiten in Deutschland.

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Die 10 häufigsten Fragen und Antworten zur Depression

Wie kann eine Therapie bei Depressionen helfen?

Meist handelt es sich bei einer Depression um eine chronische Erkrankung, die sich nicht vollends heilen lässt. Durch moderne Therapiemethoden lässt sich allerdings die Lebensqualität der Betroffenen deutlich steigern. Eine Kombinationstherapie ist bei mittelstarken und starken Depressionen erfolgsversprechend. Sie setzt sich aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung zusammen.

Wie erhalte ich einen Therapieplatz?

Am besten ist es, wenn du deinen Hausarzt auf deine Symptome ansprichst und mit ihm den weiteren Verlauf besprichst. Er kann im Zuge dessen andere Erkrankungen ausschließen. Du kannst aber auch direkt einen Termin zum Erstgespräch bei einem Therapeuten vereinbaren. In zwei bis vier Probesitzungen hast du die Möglichkeit, herauszufinden, ob die Chemie zwischen euch stimmt. Der Therapeut reicht anschließend einen Antrag bei deiner Krankenkasse ein, die die Kosten für die Therapie übernimmt.

Welche Prozesse spielen sich bei einer depressiven Erkrankung im Gehirn ab?

Nervenzellen tauschen sich über chemische oder elektrische Signale im Gehirn aus. Ist dieser Informationsaustausch über Gefühle, Gedanken und Bewegungen gestört, kann das eine depressive Erkrankung verursachen.

Wann lohnt sich die Einnahme von Antidepressiva?

Die Einnahme von Antidepressiva sollte gut überlegt sein und mit einem Arzt oder Therapeuten besprochen werden. Begleitend zu einer psychotherapeutischen Behandlung können Antidepressiva bei mittelschweren und schweren Depressionen helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu steigern.

Wann ist der Aufenthalt in einer Psychiatrie notwendig?

Suizidgedanken müssen in jedem Fall ernst genommen werden. Sobald der Leidende eine Gefahr für sich oder andere darstellt, ist eine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung empfehlenswert.

Wie ist der Verlauf einer Depression?

Eine Depression beginnt und verläuft meist schleichend. Sie ist gerade in der Anfangsphase schwer von Symptomen anderer Krankheiten oder psychischen Beschwerden zu unterscheiden.

Wie viele Menschen leiden deutschlandweit an der psychischen Störung?

Jeder fünfte erwachsene (18-65) Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an einer Depression. Das sind 17,1 % der Gesamtbevölkerung in Deutschland.

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede?

Frauen haben zwei bis drei Mal häufiger mit depressiven Episoden zu kämpfen als Männer – so die Statistik. Gründe dafür können starke hormonelle Veränderungen nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren sein.

Was ist eine Wochenbettdepression?

Als Wochenbettdepression bezeichnet man eine depressive Episode bei Frauen nach der Geburt eines Kindes. Acht von 100 Frauen sind von Wochenbettdepressionen betroffen. Diese Form der psychischen Erkrankung ist nicht mit dem Babyblues zu verwechseln, der nur einige Tage bis zwei Wochen nach der Entbindung anhält.

Wirkt sich die Depression auch auf den Körper aus?

Eine depressive Episode wird oft durch somatische Symptome begleitet. Das können Herzrasen, Stechen in der Brust und ähnliche Beschwerden sein.

Was genau ist eine Depression?

Jeder von uns kennt vorrübergehende Phasen der Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit, in denen wir uns „deprimiert“ fühlen. Wichtig ist, sich klarzumachen, dass der beschriebene Zustand nicht mit der Depression im medizinischen Sinne zu vergleichen ist! Bei Depressionen handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Depressionen als eine psychische Erkrankung, deren Symptome zahlreich und vielfältig sind. Eins der ersten Anzeichen ist häufig eine niedergedrückte Stimmung, die sich über Wochen oder Monate hält und so die Lebensqualität beeinflusst. Auch in leichten Fällen beeinträchtigt eine Depression die Fähigkeit eines Menschen, normal zu leben oder zu arbeiten.

In schweren Fällen einer Depression ist ein normaler Tagesablauf nicht mehr möglich. Die Erkrankung wirft den Betroffenen so sehr aus der Bahn, dass er sich nicht mehr um sich selbst kümmern kann. Einfache Tätigkeiten wie Putzen oder Einkaufen sind in solchen Episoden eine riesige Herausforderung.

Im schlimmsten Fall sehen Betroffene Suizid als einzigen Ausweg aus der Krankheit. Die Depression ist eine sehr komplexe psychische Störung und es ist nicht immer leicht, sie zu erkennen. Das liegt daran, dass die Erkrankung einerseits verschieden stark ausfällt und andererseits die Symptome nicht immer gleich sind. Deshalb ist auch die Behandlung der Störung sehr individuell.

Symptome einer Depression im Überblick

  • Traurigkeit
  • Interesselosigkeit
  • Verlust der Genussfähigkeit
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Schlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwächen
  • Angststörungen

Wie lange dauert eine Depression? 

Einige depressive Episoden dauern Wochen oder Monate an. Diese Phasen verteilen sich auf Jahre und können, bei fehlender Therapie, den Betroffenen das ganze Leben lang begleiten.

Was ist eine Winterdepression? 

Die SAD (engl. seasonal affective disorder) ist eine Art der depressiven Störung. Die Anzeichen für eine Winterdepression sind Antriebslosigkeit, starkes Schlafbedürfnis, niedergedrückte Stimmung und Hunger auf Süßes. Die Beschwerden beeinflussen in den Wintermonaten die Gesundheit des Betroffenen. Natürlich erkranken Menschen in diesem Zeitraum auch an einer klassischen Depression. Und tatsächlich handelt es sich bei SAD um die seltenste Form einer Depression: Europaweit sind nur ein bis zwei Prozent von der Krankheit betroffen. Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, würden die meisten von uns lieber im Bett bleiben und Schokolade essen. Solche Phasen bezeichnet man als Winterblues. Es ist eine stark abgeschwächte Form der Winterdepression.

Depression bei Kindern

Können Kinder und Jugendliche an Depressionen erkranken? 

Kinder und Jugendliche sind von dieser Diagnose leider nicht ausgeschlossen. Risikofaktoren können schwierige Familienverhältnisse, Mobbing in der Schule oder Verluste sein. Gespräche und die Zusicherung dessen, dass man als Elternteil immer da ist, wenn es Probleme gibt, können helfen. Solltest du Anzeichen einer Depression bei deinem Kind feststellen, lasse dich von einem Arzt beraten.

So erkennst du eine Depression

Grundsätzlich setzt sich eine Depression aus Haupt- und Nebensymptomen zusammen, die länger als zwei Wochen bestehen müssen. Je nachdem, wie viele der Symptome in welcher Kombination auftreten, handelt es sich um eine leichte, mittelschwere oder schwere Depression.

Hauptsymptome einer Depression:

  • Eine niedergeschlagene oder depressive Stimmung
  • Interessenverlust an Dingen, die zuvor Spaß bereitet haben
  • Ein Gefühl der Antriebslosigkeit und häufige Müdigkeit

Nebensymptome einer Depression:

Handelt es sich um eine Depression?

Du vermutest, dass du unter einer Depression leidest? Oder glaubst, dass ein Angehöriger an einer Depression erkrankt ist? Mache den Zwei-Fragen-Text:

  1. Warst du im letzten Monat oft traurig oder hoffnungslos?
  2. Hast du im letzten Monat weniger Freude an Dingen empfunden, die dir zuvor Spaß gemacht haben?

Wenn du beide dieser Fragen mit „Ja“ beantwortest und zudem seit mindestens zwei Wochen zwei Hauptsymptome und zwei Nebensymptome einer Depression bei dir feststellst, solltest du deinen Arzt darauf ansprechen oder dir direkt professionelle Hilfe suchen. Angebote findest du am Anfang der Seite. Es ist entscheidend, dass du dir oder dem betroffenen Angehörigen Hilfe suchst. Eine Depression ist wie ein Wasserstrudel, aus dem du nur schwer alleine herauskommst. Ein Psychotherapeut kann helfen. Er stellt eine richtige Diagnose, erarbeitet die geeignete Behandlung und ist ein wichtiger Gesprächspartner.

Wichtig: Die Suche nach einem Psychotherapeuten ist nicht ganz leicht. Aber die Mühe lohnt sich! Sei bei deiner Auswahl ruhig wählerisch, dir und deiner Gesundheit zuliebe. Entscheide dich für jemandem, bei dem du dich wohlfühlst und dem du vertrauen kannst. Wende dich an Freunde und Familie, damit sie dir bei der Suche nach einem Psychotherapeuten helfen können.

Ursachen für eine Depression

Die Ursachen für eine Depression sind vielfältig und lassen sich in biologische und psychosoziale Ursachen unterteilen. Meist handelt es sich um die Kombination verschiedener Ursachen, die zu der Erkrankung führen und sich im Verlauf des Lebens häufen können.

Biologische Ursachen

Bei Ursachen dieser Art ist der Wechsel von Botenstoffen im Gehirn des Betroffenen gestört. Botenstoffe wie Serotonin oder Noradrenalin sind aus dem Gleichgewicht geraten. Emotionen und Impulse werden dann nicht mehr korrekt verarbeitet und belasten die Gefühle und Gedanken des Betroffenen. Speziell bei Frauen ergibt sich durch hormonale Umstellungen während der Schwangerschaft oder im Alter ein Risiko, eine Depression zu entwickeln.

Auch die Gene können bestimmen, wie ein Mensch mit bestimmten Situationen umgeht oder wie er auf Einflüsse reagiert und ob er eine psychische Störung entwickelt. Eine gewisse genetische Veranlagung für eine depressive Erkrankung kann daher nicht ausgeschlossen werden, allerdings gibt es kein „Depressionsgen“.

Bei biologischen Ursachen können Antidepressiva, begleitend zur Psychotherapie, helfen. Aber Vorsicht: Spreche mit einem Arzt und Psychotherapeuten ausführlich über diese Therapievariante. Informiere dich über Nebenwirkungen und alternative Behandlungsmöglichkeiten.

Psychosoziale Ursachen

Verschiedene Ereignisse im Werdegang eines Menschen können eine Depression zur Folge haben. Der Verlust von Freunden, Familienmitgliedern, dem Job, ein Burnout, ein Trauma oder ähnlich einschneidende Erlebnisse werfen einen Menschen aus der Bahn. Für eine gewisse Zeit ist das auch absolut normal. Doch manchmal kann das Geschehene nicht vom Betroffenen überwunden werden und eine Depression entsteht.

Bei psychosozialen Ursachen ist eine Psychotherapie in jedem Fall zu empfehlen.

Der Weg aus der Depression

Normalerweise halten wir an dieser Stelle Tipps und Tricks für dich bereit, um dir zu helfen, mit bestimmten Phasen deines Lebens besser umzugehen oder sie noch schöner zu gestalten. Leider ist das an dieser Stelle so nicht möglich, weil wir wissen, dass eine Depression eine schwersitzende seelische Qual ist, die nur durch eine Therapie gelindert werden kann. Dennoch lässt es sich nicht vermeiden, den Weg der Genesung einzuschlagen:

Schritt für Schritt 

  • Bewegung und frische Luft bewirken Wunder, auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang um den Block ist.
  • Kleinere Aktivitäten helfen, auf andere Gedanken zu kommen und dich aus der Antriebslosigkeit zu befreien. Koche beispielsweise eine leckere Mahlzeit.
  • Nimm Hilfe an. Du musst nicht alleine durch diese Episode deines Lebens.
  • Tausche dich mit anderen Betroffenen aus. Du wirst merken, du bist nicht allein.
  • Auch mal nichts tun, ist vollkommen in Ordnung und kein Rückschlag. Gönne dir die Ruhe, die du in dem Moment brauchst.
Weg aus der Depression

Tipps für den Umgang mit Betroffenen 

Wenn ein Mensch von einer Depression betroffen ist, leidet sein Umfeld mit ihm. Freunde und Verwandte wissen in vielen Fällen nicht, wie sie der Situation korrekt begegnen sollen. Vielleicht fühlen sie sich schuldig oder sind verärgert. Zuerst solltest du dir klar machen, dass eine Depression jeden treffen kann. Niemand hat Schuld daran, weder du noch der Betroffene selbst. Zeige Verständnis für die Situation und sei offen dafür, dich mit der Störung auseinanderzusetzen. Vermeide Phrasen wie „Das wird schon“ oder „Reiß dich mal zusammen“ – das würdest du schließlich auch niemandem sagen, der an einer körperlichen Erkrankung leidet.

Gemeinsam ist es weniger schwer 

Achtsamkeit kann dir helfen, Anzeichen einer depressiven Verstimmung, bei deinen Angehörigen festzustellen. Kommuniziere deutlich deine Bereitschaft zu helfen. Sucht, sofern der Betroffene dazu bereit ist, gemeinsam nach professioneller Unterstützung. Und mache immer wieder deutlich, dass Depressionen überwunden werden können. Versuche den Betroffenen besonders dann zu unterstützen, wenn er Eigeninitiative zeigt. Geduld und Akzeptanz sind hierbei besonders wichtig, denn manchmal wirst du von der betroffenen Person auch Ablehnung erfahren.

Das hat aber nichts mit dir persönlich zu tun, sondern liegt in der Krankheit begründet. Sei offen für Gespräche mit deinem Freund oder deinem Familienmitglied und lass sie spüren, dass du für sie da bist.

So kannst du von Depressionen Betroffene unterstützen

  • Kleine gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten
  • Unterstützung im Haushalt oder bei Besorgungen
  • Ein Anruf, bei dem du dich nach dem Wohlbefinden erkundigst
  • Sei einfühlsam, aber packe den Betroffenen nicht in Watte
  • Informiere dich über Therapien, suche Nummern raus oder recherchiere nach Selbsthilfegruppen
  • Sei da

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