Fantasiereisen für Kinder

Momente der Entspannung schenken

von | Mai 20, 2020

Die Gedanken fließen lassen

Fantasiereisen für Kinder: Imagination als Quelle der Ruhe und Kraft

Fantasiereisen, auch Traumreisen genannt, nehmen Kinder mit auf Entdeckungstour durch die eigene innere Vorstellungswelt. Durch das Vorlesen von Entspannungsgeschichten werden bei den Kindern bildreiche Vorstellungen geweckt, mit deren Hilfe sie in einen Zustand der Ruhe und Entspannung finden.

Kinder sind besonders empfänglich für fantastische Welten und haben eine ausgeprägte Vorstellungskraft. Mit einer Fantasiereise kannst du ihnen wunderbar eine Pause im Alltag schenken, in der sie neue Kraft und Energie tanken können.

 

Was macht gute Entspannungsgeschichten für Kinder aus?

Das Kernelement von Fantasiereisen für Kinder ist die Imaginationsförderung. Du solltest deshalb Geschichten wählen, die möglichst bildreich sind, was die detailreiche Beschreibung von Orten sowie das Ansprechen aller Sinne mit einbezieht. Vielleicht führt die Entspannungsgeschichte durch einen Zauberwald, in dem das Kind das Grün der Blätter und die hoch in den Himmel hineinragenden Fichtenstämme betrachten kann? Es kann die Blätter unter den Füßen rascheln hören, den Wind auf der Haut spüren und den frischen Duft von Moos und Gras riechen . Besonders anregend ist ein Wechselspiel zwischen bildreicher Beschreibung und sogenannten Leerstellen in der Geschichte, die die kindlichen Hörer mit ihren eigenen Vorstellungen füllen können: „Du bist im Wald. Was riechst du? Wie fühlt sich das Moos unter den Händen an?“ Die direkte Ansprache in „Du“-Form ist wichtig, um direktes Erleben zu ermöglichen. Kinder können sich auf diese Weise als Teil der Geschichte fühlen.

Geschichten für Fantasiereisen bedienen sich in erster Linie aus Motiven der Natur, da diese – wie auch in der Realität – das Moment der Ruhe und Entspannung eher fördern als städtische, reizüberflutete Räume. Die Sinne müssen sich von Zeit zu Zeit in einem Eindruck versenken können, um ihn intensiv zu erleben.

Natürlich können einzelne Orte aus der kindlichen Lebenswelt dennoch mit einbezogen werden, wie beispielsweise Spielplätze oder die Nachbarschaft. Auch Märchenwelten wie Zauberwälder oder Ritterburgen können geeignete Schauplätze darstellen. Wenn du die Traumreise mit einem einzelnen Kind durchführst, kannst du die Geschichte auch im Hinblick auf seine individuellen Interessen aussuchen. Wichtig ist es, den Inhalt der Geschichte auf die Intention abzustimmen, mit der die Fantasiereise durchgeführt wird. Bei Traumreisen für Kinder solltest du zudem auf eine kind- und entwicklungsgerechte Sprache achten.

Analogien nutzen

Für die Auseinandersetzung mit Gefühlen lässt sich gut mit Analogien arbeiten. So kann ein Wirbelsturm beispielsweise das Gefühl von Wut, der Rückzug in eine dunkle Höhle die Reaktion auf die eigenen Ängste verkörpern. Wichtig ist es, die Kinder insbesondere beim Erfahrbarmachen negativer Emotionen nicht allein zu lassen. Die Geschichte muss ihnen das Gefühl geben, an einem sicheren Ort zu sein, an dem alle Gefühle ohne Gefahr erfahrbar gemacht werden können.

Entspannungsformeln verstärken den Effekt

Optional lassen sich Entspannungsformeln in die Geschichte einbinden wie „Deine rechte Hand wird ganz schwer…“, „Dein Atem geht ruhig und gleichmäßig…“ oder „Dein linker Arm ist ganz warm…“. Mit diesen Entspannungsformeln förderst du die Konzentration auf den Moment und damit die Achtsamkeit. Sie verscheuchen Gedanken an gestern und an morgen und geben dem Bewusstsein die Möglichkeit sich vollkommen auf die Fantasiereise einzulassen, sich in der eigenen Vorstellungswelt zu versenken.

Meditation sanft ein- und ausleiten

Durchführung einer Traumreise

Fantasiereisen für Kinder lassen sich einzeln oder in Gruppen durchführen.
Wichtig ist es, dem Kind einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, in dem es keine Störungen von außen fürchten muss und das Gefühl hat, sich fallen lassen zu können. Abdunkelung der Fenster, gedämpftes, warmes Licht, gute Luft und eine angenehme Temperatur tragen zur richtigen Atmosphäre bei, um in einen Zustand der Entspannung zu finden. Die Kinder können es sich auf Matten mit Kissen und Decken bequem machen.

Sanft ein- und ausleiten

Einstimmung und Ausklang der Fantasiereise kannst du mit Ritualen begleiten, um den Kindern den Ausstieg aus dem Alltag sowie die Rückfindung zu erleichtern. Du kannst zum Beispiel einen Gong nutzen oder eine bestimmte Musik, die Beginn und Ende der Fantasiereise einleitet. Entspannungsübungen und Atemtechniken helfen den Kindern insbesondere zu Beginn der Traumreise , in einen Zustand der Ruhe zu finden und ablenkende Gedanken hinter sich zu lassen.

Die Geschichte liest du am besten langsam und mit ruhiger, sanfter Stimme vor, damit sich die Kinder entspannen können und . Lass ruhig ab und zu Pausen und gib den Kindern damit Zeit, sich tiefer auf die erlebten Bilder einzulassen und die Geschichte mit ihrer eigenen Fantasie anzureichern.

Lade dein Kind anschließend ein, über die Bilder, Gedanken und Gefühle während der Fantasiereise zu sprechen, damit ihr euch über die Themen austauschen könnt.

Ihr könnt eine Traumreise auch schöpferisch-kreativ aufarbeiten. Zum Beispiel durch das Fortschreiben der Geschichte oder das Malen von Bildern. Auch darüber können Kinder das Erlebte verabeiten. Wenn ihr regelmäßig Fantasiereisen macht, führt doch ein Traumreisen-Tagebuch, in dem ihr eure Erlebnisse festhaltet.

Mit Meditation entspanntere Kinder

Warum lohnt es sich mit Kindern auf Fantasiereisen zu gehen?

Fantasiereisen dienen in erster Linie der Entspannung. Sie können aber noch weiteaus mehr und fördern insbesondere die Bereiche der Kreativität und emotionalen Entwicklung.

Ruhe und Kraft

Fantasiereisen dienen in erster Linie der Beruhigung und Entspannung. Sie ermöglichen eine Auszeit vom reizüberfluteten Alltag, der auch bei Kindern oft durchgetaktet ist: Schulunterricht, Nachhilfe, Sportverein – da bleibt nicht viel Zeit zum Runterkommen.

Umgang mit Gefühlen

Fantasiereisen können auch den Umgang mit Gefühlen unterstützen. Das umfasst sowohl den Zugang zu negativen Gefühlen wie Angst, Trauer, Wut und deren Bewältigung. Genau so aberauch das Erlebbarmachen positiver Emotionen wie Freude oder Gelassenheit. Sind Fantasiereisen für Kinder auf die Auseinandersetzung mit Gefühlen angelegt, sollten die Kleinen die Möglichkeit haben, sich in einem Anschlussgespräch über aufkommende Gefühle und Gedanken auszutauschen. Mit adäquater Begleitung und Unterstützung eines Erwachsenen können Fantasiereisen auf diese Weise helfen, Ängste zu bekämpfen und den Selbstwert und das Selbstbewusstsein zu fördern.

Achtsamkeit

Traumreisen fördern die Achtsamkeit, denn die Konzentration auf die Geschichte und die eigenen inneren Bildwelten richten den Geist auf den Moment aus. Zusammen mit Entspannungs- und Atemtechniken, beispielsweise aus den Bereichen MBSR für Kinder, Autogenes Training oder Meditation für Kinder, kann die Entspannung von Körper und Geist vertieft werden.

Kreativität und Imaginationsfähigkeit

Fantasiereisen für Kinder fördern die Kreativität und Vorstellungskraft und können einen gelungenen Einstieg zur tieferen Auseinandersetzung mit kindlich-relevanten Themen aller Art darstellen: von problembehafteten Themen wie beispielsweise Anderssein, Mobbing oder Versagensängsten bis hin zu vielfältigen Themen aus der kindlichen Lebenswelt: Freundschaft, Liebe, Fußball, Tiere oder Märchenwelten.

Vier Geschichten, mit denen du dein Kind auf eine Traumreise begleiten kannst

Wir haben vier Geschichten für dich, die du für eine Fantasiereise mit deinem Kind vorlesen kannst. Zu Beginn jeder Geschichte findest du jeweils eine kurze Einführung, die dazu dient, dass dein Kind seinen Körper entspannt und der Geist zur Ruhe kommt, bevor die Traumreise beginnt. Zum Abschluss jeder Geschichte gibt es einen Ausklang, der dein Kind behutsam aus der Vorstellungswelt wieder in die Realität zurück begleitet. Die Geschichten haben unterschiedliche Schwerpunkte, die jeweils zu Beignn der Geschichten beschrieben sind. Je nachdem, ob du eher für Entspannung sorgen, die Kreativität deines Kindes fördern oder es beim Umgang mit Gefühlen unterstützen möchtest, kannst du die passende Geschichte wählen.

Fantasiereise eins: Sommerwiese

Diese Fantasiereise dient der Ruhe und Entspannung. Trage sie ganz langsam und ruhig vor, auf diese Weise kann dein Kind in einen fast meditativen Zustand finden. Lasse nach jedem Absatz eine Pause von etwas 10 Sekunden, damit es Zeit hat, die inneren Bilder auf sich wirken zu lassen und tiefer in die Entspannung zu finden.

Vorbereitung:

Mach es dir bequem und finde für dich eine Position, in der du entspannen und es gut eine Zeit lang aushalten kannst. Am besten legst du dich auf eine Matte flach auf den Boden oder in dein Bett.

Versuche nun, alle Gedanken vorbeiziehen zu lassen und dich ganz auf den Moment und auf deinen Atem zu konzentrieren. Atme einmal tief ein und lange aus und dann lass deinen Atem einfach fließen und lausche ihm eine Zeit lang nach. ‘Dein Körper entspannt sich. Dein rechter Arm wird ganz schwer und ganz warm. Du spürst, wie er entspannt in die Unterlage sinkt. Dein linker Arm wird ganz schwer und ganz warm. Er sinkt entspannt in die Unterlage, auf der du liegst. Von deinen Armen breitet sich die Schwere und Wärme in deinen ganzen Körper aus. Nach oben bis in deine Haarspitzen und ganz nach unten bis zu deinen Zehenspitzen. Du liegst ganz ruhig und entspannt. Bist du bereit für deine Fantasiereise? Dann geht es jetzt los.

Die Traumreise beginnt

Stell dir vor, du stehst auf einer wunderschönen Sommerblumenwiese. Das Gras reicht dir fast bis zu den Knien und kitzelt angenehm sanft auf deiner Haut. Langsam schlenderst du durch die Wiese und lässt dabei die Hände durch das saftige grüne Gras streifen. Die Sonne strahlt warm auf deine Haut, ein angenehmer Wind geht, weht durch dein Haar und lässt die hohen Gräser sanft hin und her wiegen.
Um dich herum wächst ein wunderschönes Blumenmeer. Rote Mohnblumen, weiße Margeriten, blaue Kornblumen und violetter Lavendel leuchten in all ihrer Pracht. Ab und zu beugst du dich hinab und riechst an einer Blume. Wonach duftet sie?
Der Duft der Blumen erfüllt dich mit Glück und Leichtigkeit. Ganz langsam schlenderst du weiter durch die wunderschöne Sommerwiese, bis du an einen kleinen Bach kommst. Er gluckert friedlich. Du folgst dem schmalen Strom des Wassers mit deinem Blick und siehst, wie er sich die grünen Hügel hinunter bis ins Tal schlängelt. Auf einer entfernten Weide siehst du Kühe grasen und hörst ganz leise das Klingen ihrer Glocken. Alles ist ruhig und friedlich.
Die Sonne breitet sich mit all ihrer Wärme über deinen Körper aus. Mit deinen nackten Füßen steigst du vorsichtig in das Bächlein und spürst, wie das Wasser angenehm kühl deine Knöchel umspült. Du schöpfst mit den Händen ein wenig Wasser und benetzt dein Gesicht damit, deine Arme, deine Beine… die Sonne lässt die Wassertropfen auf deiner Haut glitzern wie kleine Diamanten. Ein sanfter Windhauch löst eine angenehme Gänsehaut auf deinem Körper aus, bevor die Sonne deine Haut wieder mit ihren Strahlen trocknet.
Du watest mit den Füßen im Wasser ein wenig das Bächlein entlang. Auf einmal kitzelt etwas an deinen Füßen. Du schaust hinab und entdeckst winzige Fischlein, die sich unter der klaren Wasseroberfläche tummeln. Ab und zu kitzelt es dich, wenn einer von ihnen deine Füße und Knöchel streift. Du beobachtest noch ein wenig die Fischlein unter der Wasseroberfläche, wie sie umeinander schwimmen. Was sind es für Fische? Welche Farben haben sie?

Das war eine angenehme Abkühlung. Bevor du aus dem Bach steigst, benetzt du noch einmal deine Haut mit dem kühlen Wasser. Deine Arme, die Beine, den Hals und das Gesicht. Dann spürst du wieder das weiche Gras der Sommerblumenwiese unter deinen Fußsohlen. In der Ferne hörst du die Kuhglocken läuten, darunter mischt sich das Summen von Bienen, die sich auf den bunten Blüten niederlassen, um Blütenpollen zu sammeln. Auf deiner Haut perlt sich das Wasser, die Sonnenstrahlen lassen es wieder glitzern wie kleine Diamanten und kitzeln dich angenehm.

Du lässt dich inmitten der Blumenwiese auf den Rücken ins weiche Gras fallen. Alles um dich herum bringt dich immer tiefer in ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit: Das kühle Gras unter dir und die warmen Sonnenstrahlen auf deiner Haut. Das Summen der Bienen, das Plätschern des Bächleins und das Läuten der Kuhglocken aus der Ferne. Der sanfte, warme Wind, der mit deinem Haar spielt, und der Duft des Lavendels, des Mohns, der Kornblumen und Margeriten. Ein wunderschöner Schmetterling lässt sich auf einer Blüte neben dir nieder, nur ein paar Millimeter von deinem Gesicht entfernt. Kannst du seine einzigartigen Farben und Muster erkennen?

Über dir wandern ein paar weiße Schäfchenwolken wie in Zeitlupe über den klaren blauen Himmel. Eine Schar Wildgänse zieht schnatternd vorüber. Ganz ruhig und entspannt liegst du da, die Sonne spendet Wärme, der Boden eine angenehme Kühle. Du hörst den Wind sanft durch das Gras um dich herum streifen. Wenn du den Kopf zur Seite wendest, sind deine Augen den saftig grünen Grashalmen und den bunten Sommerblumen so nah, dass du sie wie unter eine Lupe betrachten kannst. Jede Kleinigkeit, jede Knospe, jeden Blütenkelch kannst du erkennen, jedes winzigste Insekt, das sich auf ihnen niedergelassen hat.

Du fühlst dich rundum wohl, das Gras umgibt dich wie ein sicheres Nest. Die Sonne schickt mit ihren warmen Strahlen ein Gefühl der Wärme und des Glücks durch deinen ganzen Körper. Du atmest tief ein und aus. Mit jedem Einatmen bist du erneut erfüllt vom Duft der Sommerblumen und saugst das Gefühl des Glücks tiefer in dich hinein. Mit jedem Ausatmen lässt du mehr los und entspannst deine Arme und Beine. So liegst du da in der wohligen Wärme der Sonne, ganz ruhig und entspannt.

Komme langsam wieder ins Hier und Jetzt. Nun geht die Traumreise langsam zu Ende. Lasse deine Augen ruhig noch geschlossen und beginne ganz vorsichtig deinen Körper wieder aufzuwecken. Bewege zunächst deine Finger, dann die Zehen, dann fange langsam und behutsam an dich zu räkeln und strecken. Mache die Bewegungen, die dir jetzt gut tun. Wenn du soweit bist, öffne vorsichtig die Augen. Bleibe ruhig noch kurz liegen und spüre wie die angenehme Ruhe und Zufriedenheit dich aus deiner Traumreise bis hierher begleitet haben.

Fantasiereise zwei: Wirbelsturm

Diese Fantasiereise kann beim Umgang mit negativen Gefühlen wie Angst, Trauer und Wut helfen. Dabei wird mit Analogien gearbeitet, wobei das auf- und wieder abziehende Unwetter das Aufkommen starker Gefühle symbolisiert. Dabei sollen die Kinder lernen, dass sie sich vor diesen Gefühlen nicht zu fürchten brauchen, da sie wieder abklingen und oft sogar eine reinigende Wirkung für die Seele haben. Diese Geschichte eignet sich erst für Kinder ab 7 oder 8 Jahren, auf jüngere Kinder kann sie zu unheimlich wirken. Du kannst am Besten einschätzen, wie dein Kind auf die Traumreise reagieren wird. Wichtig ist, dass du ihm das Gefühl vermittelst, dass es die Gefühle in einem geschützten Raum durchlebt. Diese Sicherheit kannst du ihm vermitteln, indem du Worte wie “Alles ist gut. Du bist in Sicherheit” immer wieder in die Geschichte einbindest und genau darauf achtest, wie dein Kind auf die Geschichte reagiert. Die Geschichte soll ruhig und mit längeren Pausen zwischen den Absätzen vorgetragen werden.

Vorbereitung:

Mach es dir bequem und finde für dich eine Position, in der du entspannen und es gut eine Zeit lang aushalten kannst. Am besten legst du dich auf eine Matte flach auf den Boden oder in dein Bett.

Versuche nun, alle Gedanken vorbeiziehen zu lassen und dich ganz auf den Moment und auf deinen Atem zu konzentrieren. Atme einmal tief ein und lange aus und dann lass deinen Atem einfach fließen und lausche ihm eine Zeit lang nach. ‘Dein Körper entspannt sich. Dein rechter Arm wird ganz schwer und ganz warm. Du spürst, wie er entspannt in die Unterlage sinkt. Dein linker Arm wird ganz schwer und ganz warm. Er sinkt entspannt in die Unterlage, auf der du liegst. Von deinen Armen breitet sich die Schwere und Wärme in deinen ganzen Körper aus. Nach oben bis in deine Haarspitzen und ganz nach unten bis zu deinen Zehenspitzen. Du liegst ganz ruhig und entspannt. Bist du bereit für deine Fantasiereise? Dann geht es jetzt los.

Einführung:

Du kennst das bestimmt, manchmal erlebst du Situationen, die dich wütend, ängstlich oder traurig machen. Vielleicht fällt dir sogar eine solche Situation aus der letzten Woche ein. Ein Streit, eine Enttäuschung oder eine schwierige Aufgabe, vor der du dich gefürchtet hast. Glaubst du manchmal auch, dass du ein bestimmtes Gefühl kaum aushalten kannst, so stark ist es? So geht es uns allen ab und an. Dass Gefühle kommen, ist ganz natürlich, jeder fühlt sie von Zeit zu Zeit. Auch dass du manche Gefühle stärker fühlst als andere, ist ganz normal. Du brauchst dich weder für sie zu schämen noch dich vor ihnen zu fürchten. So wie sie gekommen sind, vergehen sie auch wieder . Wenn du darauf vertraust, werden sie dich nicht mehr so erschrecken. Die folgende Traumreise lässt dich besonders starke Gefühle erleben. Du darfst diese Gefühle in deiner sicheren Umgebung erleben. Nimm sie bewusst wahr, hier und jetzt im geschützten Raum.

Deine Traumreise beginnt.

Stell dir vor, Angst, Traurigkeit und Wut sind wie ein Wirbelsturm.

Du stehst mitten auf einem weiten Getreidefeld. Die gold-braunen Ähren wiegen sich sanft im Wind und du wiegst dich mit ihnen. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, doch von Weitem ziehen langsam dunkle Wolken heran. Je näher sie kommen, desto kühler wird die Luft um dich herum und desto stärker bewegt der Wind die Getreidehalme. Die Sonne verschwindet hinter einer großen grauen Wolke und dir wird langsam kühl. Ganz vereinzelt fallen Regentropfen auf dich herab.

Du schaust wieder in den Himmel und siehst, dass die Wolken sich über dir zusammengezogen haben und nun beinahe den ganzen Himmel bedecken. Hinter der grauen Wolkendecke siehst du in der Ferne Blitze aufleuchten und hörst das Grollen des Donners. Der Wind wird stärker und stärker und schüttelt das das Getreide um dich herum so stark, dass die Halme sich fast bis zum Boden neigen. Es fühlt sich an, als würde der Wind auch dich hin und her schütteln, als könntest du das Gleichgewicht kaum noch halten. Der Regen wird stärker und prasselt nun in dichten Tropfen auf dich herab. Dir wird immer kälter. Auch das Donnergrollen und die Blitze kommen immer näher. Du rennst über das Feld auf der Suche nach einem Unterstand, aber es gibt in der Nähe und bis zur Stadt ist es noch weit. 

Der Wind peitscht um dich herum und zischt pfeifend durch die dichten Tannen am nahe gelegenen Wald. Du siehst von Weitem, wie sich die dünnen Stämme gefährlich neigen, Äste und Laub durch die Luft gewirbelt werden. Die aufleuchtenden Blitze lassen den grauen Himmel immer wieder in grell-weißem Licht aufleuchten, das Donnergrollen lässt dich zusammenzucken und verursacht eine Gänsehaut auf deinem Körper.

Du hast das Gefühl, inmitten des Wirbelsturms zu stehen. Er schüttelt und rüttelt an dir und du hast das Gefühl, er könnte dir den Boden unter den Füßen wegreißen und dich davontragen.

Dann reißt über dir auf einmal die Wolkendecke auf. Zunächst ist es nur ein ganz kleiner Spalt Himmelsblau im dunklen Grau. Doch er ist groß genug, damit die Sonne ein paar vereinzelte Strahlen hindurchschicken kann. Obwohl du vor Kälte noch ein wenig zitterst, spürst du, wie sie einzelne Stellen deines Körpers streifen und wärmen. Auch der Regen lässt nach, immer mehr, bis nur noch vereinzelte Tropfen auf dich herabfallen. Du schaust empor zum Himmel und kannst dabei zuschauen, wie die Wolkendecke immer weiter aufreißt… mit jedem Steifen Blau, das die hinwegziehenden Wolken wieder freigeben, wird es heller um dich herum. Und mit jedem Sonnenstrahl, der das Feld, den Wald und deinen Körper berührt, atmest du ruhiger, fühlst du dich wieder fest und sicher mit dem Boden verwurzelt.

Du bemerkst, dass der Sturm sich gelegt hat und nun wieder ein sanfter Wind die Ähren und deinen Körper umspielt. Die Wärme kehrt in deinen Körper zurück, denn die Wolken haben sich verzogen und die Sonne strahlt nun mit all ihrer Kraft auf dich herab. Der klare Himmel umfängt die weite grüne Landschaft mit seinem leuchtenden Blau. Die bedrohliche Welt um dich herum hat sich wieder in eine wunderschöne Landschaft verwandelt, mit weiten Mais- und Ährenfeldern, saftigen grünen Wiesen, majestätischen Tannen und Fichten. Vom Wäldchen tönt Vogelgezwitscher zu dir herüber. Die Erde unter deinen Füßen fühlt sich lehmig und warm an.

Es ist seltsam, aber die Natur um dich herum scheint noch schöner zu sein als zuvor. Die Ähren erstrahlen in noch prachtvollerem Gold, das Gras der Wiesen sieht frisch und saftig aus, vereinzelt ragen gelbe Margeriten und rote Mohnblumen heraus, fröhliche bunte Tupfer in der friedlichen Landschaft. Es ist, als hätte der Sturm die Natur zu neuem Leben erweckt. Er erfüllt noch die warme Luft mit seinem erdigen, wohltuenden Duft, der dir ein Gefühl der Kraft und Gelassenheit vermittelt. Du fühlst dich ganz ruhig und entspannt. Leicht und frei wanderst du weiter durch die Felder, genießt die frische klare Luft und die Sonnenstrahlen auf deiner Haut. Im Augenwinkel siehst du ein buntes Leuchten und wendest ihm deinen Blick zu. Du kannst es kaum glauben. In der Ferne erstreckt sich ein wunderschöner leuchtend bunter Regenbogen über dem Himmel.

Komme langsam wieder ins Hier und Jetzt. Nun geht die Traumreise langsam zu Ende. Lasse deine Augen ruhig noch geschlossen und beginne ganz vorsichtig deinen Körper wieder aufzuwecken. Bewege zunächst deine Finger, dann die Zehen, dann fange langsam und behutsam an dich zu räkeln und strecken. Mache die Bewegungen, die dir jetzt gut tun. Wenn du soweit bist, öffne vorsichtig die Augen. Bleibe ruhig noch kurz liegen und spüre wie die Gefühle der Kraft und Gelassenheit dich aus deiner Traumreise bis hierher begleitet haben.

Fantasiereise drei: Dein eigenes Paradies

Diese Fantasiereise soll deinem Kind die Möglichkeit geben, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen und sich auf Entdeckungstour durch die eigenen inneren Bildwelten zu begeben. Wenn du möchtest, kannst du dein Kind nach der Fantasiereise auffordern, sein selbst erschaffenes Paradies nach der Traumreise in einer Geschichte zu beschreiben oder es zu malen. Trage die Geschichte sehr langsam vor und lasse nach jedem Absatz Pausen von etwa 15 Sekunden oder mehr, damit dein Kind Zeit hat, Bilder entstehen und sie auf sich wirken zu lassen.

Vorbereitung:

Mach es dir bequem und finde für dich eine Position, in der du entspannen und es gut eine Zeit lang aushalten kannst. Am besten legst du dich auf eine Matte flach auf den Boden oder in dein Bett.

Versuche nun, alle Gedanken vorbeiziehen zu lassen und dich ganz auf den Moment und auf deinen Atem zu konzentrieren. Atme einmal tief ein und lange aus und dann lass deinen Atem einfach fließen und lausche ihm eine Zeit lang nach. ‘Dein Körper entspannt sich. Dein rechter Arm wird ganz schwer und ganz warm. Du spürst, wie er entspannt in die Unterlage sinkt. Dein linker Arm wird ganz schwer und ganz warm. Er sinkt entspannt in die Unterlage, auf der du liegst. Von deinen Armen breitet sich die Schwere und Wärme in deinen ganzen Körper aus. Nach oben bis in deine Haarspitzen und ganz nach unten bis zu deinen Zehenspitzen. Du liegst ganz ruhig und entspannt. Bist du bereit für deine Fantasiereise? Dann geht es jetzt los.

Stell dir vor, du könntest dir dein eigenes kleines Paradies erschaffen. Einen sicheren Ort, der nur dir gehört, an den du dich zurückziehen kannst, wenn du mal allein sein möchtest. An dem du ausruhen kannst, wenn du erschöpft bist und neue Kraft tanken willst. Eine wunderschöne Naturlandschaft, ganz nach deinen Wünschen, die dir ein Gefühl von Ruhe, Leichtigkeit und Glück vermittelt.

Wie sieht dieser Ort aus?

Stell dir vor, du stehst inmitten einer leeren, weißen Landschaft, als würdest du dich mitten auf einer leeren Leinwand befinden oder auf einem leeren Blatt Papier. Mithilfe deiner Fantasie kannst du dein Paradies nun zum Leben erwecken. Stell dir vor, du hättest ein paar Pinsel zu Hand, grobe und feine, mit harten und weichen Borsten, und einen Farbkasten mit unendlich vielen Farben. Mit allen Farben, die du dir vorstellen kannst. Nun kannst du Pinsel und Farben nehmen und deinen Lieblingsort auf die weißen Leinwände um dich herum malen.

Beginne mit dem Boden unter deinen Füßen. Stehst du auf saftiger grüner, Wiese? Oder versinken deine Füße in warmem, weichem Sand? Gestalte dir deinen Untergrund, wie er dir gefällt und sich gut anfühlt.

Mache dann mit dem Himmel weiter. Strahlt er in reinem leuchtenden Blau oder ziehen einzelne weiße Schäfchenwolken vorüber? Ist es heller Tag oder sieht man womöglich die Sonne auf- oder untergehen, vielleicht sogar Sterne am Himmel? Ist es warm oder umweht dich ein frischer Wind? In Zukunft kannst du zu jeder Zeit und bei jedem Wetter dein kleines Paradies besuchen, du musst dich also nicht für immer festlegen.

 

Schaue dich nun zu allen Seiten um, dreh dich einmal um die eigene Achse. Um dich herum sind die Leinwände deiner kleinen Welt noch weit. Womit willst du die leere Landschaft füllen? Mit bunten Sommerblumenwiesen? Einem dichten Tannenwald? Exotischen Dschungelpflanzen? Weiten Kornfeldern?

Lass deiner Fantasie freien Lauf! Wo würdest du dich am wohlsten fühlen, wenn du Ruhe und Kraft tanken willst? Denk daran, du kannst dir eine Welt ganz nach deinen Wünschen gestalten und aus einem unendlichen Meer an Farben und Formen wählen.

Vielleicht nimmt die Landschaft um dich herum nun langsam schon Gestalt an. Wo befindest du dich? Auf einer Insel? In einer Höhle? Einem Wäldchen? Einer bunten Wiese? Oder ganz woanders?

Möchtest du dir dort vielleicht ein kleines Häuschen oder eine Hütte bauen? Oder genügt dir die wunderschöne Landschaft um dich herum?

Füge nun kleine Details hinzu. Welche Pflanzen wachsen in deinem Paradies? Bunte paradiesische Blumen, hohes Schilf oder majestätische Bäume? Welche Düfte gehen von ihnen aus?

Nun lausche einmal auf die Geräusche und Töne, die dich umgeben. Kannst du das Rauschen von Wasser hören, vielleicht das Plätschern eines nahegelegenen Baches oder gar die Wellen des Meeres? Hörst du das Zwitschern von Vögeln, das Summen von Bienen oder den Ruf eines Säugetieres?

Wenn du willst, dann kannst du die Landschaft mit Leben füllen. Welche Tiere bevölkern deine kleine Welt? Sind sie zutraulich, kannst du sie vielleicht sogar streicheln oder nur aus der Ferne beobachten? Ist womöglich dein Lieblingstier dabei?

Fülle dein Paradies mit allem, was du brauchst, um dich sicher, entspannt und zufrieden zu fühlen. Schau dich einmal um, ob noch etwas fehlt. Aber keine Sorge: Du kannst jederzeit an diesen Ort zurückkehren und ihn weiter nach deinen Wünsche verändern und gestalten.

Finde nun ein besonders schönes Plätzchen an deinem Ort und lasse dich dort nieder oder mache einen kleinen Spaziergang, schau dich um und genieße ganz bewusst die Schönheit um dich herum. Was siehst du? Was hörst du? Was riechst du? Was spürst du? Du bist erfüllt von einem Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit.

Komme langsam wieder ins Hier und Jetzt. Nun geht die Traumreise langsam zu Ende. Lasse deine Augen ruhig noch geschlossen und beginne ganz vorsichtig deinen Körper wieder aufzuwecken. Bewege zunächst deine Finger, dann die Zehen, dann fange langsam und behutsam an dich zu räkeln und strecken. Mache die Bewegungen, die dir jetzt gut tun. Wenn du soweit bist, öffne vorsichtig die Augen. Bleibe ruhig noch kurz liegen und spüre wie die angenehme Ruhe und Zufriedenheit dich aus deiner Traumreise bis hierher begleitet haben. Denke daran, dass du jederzeit in deiner Fantasie an diesen Ort zurückkehren kannst.

Fantasiereise vier: Waldspaziergang

Diese Fantasiereise dient der Ruhe und Entspannung. Trage sie ganz langsam und ruhig vor, auf diese Weise kann dein Kind in einen fast meditativen Zustand finden. Lasse nach jedem Absatz eine Pause von etwa 10 Sekunden, damit es Zeit hat, die inneren Bilder auf sich wirken zu lassen und tiefer in die Entspannung zu finden.

Vorbereitung:

Mach es dir bequem und finde für dich eine Position, in der du entspannen und es gut eine Zeit lang aushalten kannst. Am besten legst du dich auf eine Matte flach auf den Boden oder in dein Bett.

Versuche nun, alle Gedanken vorbeiziehen zu lassen und dich ganz auf den Moment und auf deinen Atem zu konzentrieren. Atme einmal tief ein und lange aus und dann lass deinen Atem einfach fließen und lausche ihm eine Zeit lang nach. Dein Körper entspannt sich. Dein rechter Arm wird ganz schwer und ganz warm. Du spürst, wie er entspannt in die Unterlage sinkt. Dein linker Arm wird ganz schwer und ganz warm. Er sinkt entspannt in die Unterlage, auf der du liegst. Von deinen Armen breitet sich die Schwere und Wärme in deinen ganzen Körper aus. Nach oben bis in deine Haarspitzen und ganz nach unten bis zu deinen Zehenspitzen. Du liegst ganz ruhig und entspannt. Bist du bereit für deine Fantasiereise? Dann geht es jetzt los.

Stell dir vor du stehst auf einem schmalen Pfad inmitten eines dichten Waldes. Um dich herum wachsen Laub- und Nadelbäume aller Art und bilden zusammen ein dichtes, verwunschenes Dickicht in den unterschiedlichsten Grüntönen. Fichten, Kastanien, Tannen, Eichen … Welche Bäume kannst du noch entdecken?

Du hebst den Kopf in Richtung Himmel. Einige Bäume ragen so weit in die Höhe, dass du ihre Wipfel kaum sehen kannst. Sie bilden ein schützendes grünes Blätterdach. Einzelne dünne Sonnenstrahlen bahnen sich ihren Weg durch die Baumkronen und hinterlassen Streifen von Licht auf dem kleinen Waldweg. Einige der Bäume sind von endlos langen Kletterpflanzen bewachsen, die sich um die gefurchten Stämme winden. Du legst deine Hand auf das raue Holz, streichst über die Rinde. Dein Finger bleibt an etwas Klebrigem hängen: Harz. Bernsteinfarben glänzt es wie Honig auf deinem Finger. Du riechst daran. Es duftet herb und süß gleichzeitig.

Langsam wanderst du den Waldweg entlang. Es ist sommerlich warm und du genießt die Kühle, die der Schatten der Bäume und die feuchte Luft des Waldes spenden. Unter deinen nackten Füßen spürst du die weiche Erde.
Atme tief ein und aus. Mit jedem Einatmen saugst du herrlich klare Luft ein, zusammen mit dem Geruch von frischem Laub, mit jedem Ausatmen entlässt du alle Sorgen und Ängste, die dich in der letzten Zeit begleitet haben. Du fühlst dich frei und leicht.

Lausche den Geräuschen des Waldes. Um dich herum zwitschern Vögel in den Baumkronen – kannst du am Klang erkennen, welche es sind?

Im Gebüsch hörst du ein Rascheln und siehst aus den Augenwinkeln etwas vorbeihuschen. Ein Igel, eine Maus, ein Häschen…? Welche Tiere verbergen sich wohl in den Tiefen des Waldes?

Die Sonnenstrahlen finden ihren Weg durch das Blätterdach bis zu dir und bilden kleine leuchtende Linien auf deiner Haut. Ein angenehmer Wind lässt die Äste sanft schaukeln und die Blätter rascheln. Auf deinen Armen bildet sich eine kleine Gänsehaut – langsam sehnst du dich wieder aus der Kühle des Waldes heraus in die sommerliche Wärme. Wie gut, dass der Waldweg direkt zu einer Lichtung führt. Du kannst bereits das satte Grün der Wiese erkennen. Die Sonnenstrahlen schimmern durch die Äste der Bäume und werfen wunderbar magische Schatten auf den Waldweg. Überall glänzt es golden.

Kurz bevor du die Lichtung erreicht hast, hörst du über deinem Kopf ein Rascheln, gefolgt von einem regelmäßigen Klopfen. Was kann das sein? Du hebst den Blick. Auf einem Ast hockt ein süßes kleines Eichhörnchen mit rot-braunem Fell und knackt eine Nuss. Du beobachtest es bei seiner geduldigen Arbeit, bis es schließlich von Ast zu Ast Richtung Lichtung davonspringt. Du bist fast dort, die Sonnenstrahlen fallen bereits angenehm warm auf dein Gesicht.

Du trittst aus der Kühle des Waldes hinaus auf die sonnenbeschienene Lichtung. Über dir ziehen einzelne weiße Wolkentiere über einen blauen Himmel. Es ist warm, deinen ganzen Körper umgibt diese sommerliche Wärme. Vom Waldrand hörst du das Zwitschern der Vögel. Ab und zu fliegt einer über die Lichtung. Ein Rotkehlchen, eine Amsel… Welche Vögel kannst du noch entdecken? Du bewunderst die unterschiedlichen Musterungen und Färbungen ihrer Gefieder.

Langsam schlenderst du über die Wiese und das hohe grüne Gras streift deine nackten Beine, manchmal kitzelt es ganz leicht. Im Gehen lässt du die hohen Grashalme durch deine Finger gleiten. Vereinzelt schauen kleine Waldblumen aus dem Gras heraus, violette, gelbe und weiße Tupfer. Ihr schöner Anblick zaubert dir ein Lächeln aufs Gesicht.

Auf einmal spürst du etwas Weiches, Flauschiges an deinem Bein entlang streichen. Du blickst nach unten und entdeckst nur ein paar wenige Meter vor dir ein Häschen in der Wiese, das die Nase rümpft, die Ohren spitzt und dich aus großen Kulleraugen neugierig anschaut.Ganz vorsichtig gehst du in die Hocke, streckst die Hand aus und versuchst durch leises Zungenschnalzen das Häschen zu locken. Es zögert zunächst, zeigt aber keine Angst. Mit seinem Stupsnächsen mit den langen Schnurrhaaren schnuppert es in der Luft in deine Richtung und nähert sich ganz vorsichtig. Es hoppelt näher und näher, bis du sein Näschen an deiner Hand spüren kannst. Es ist ganz zutraulich. Ganz behutsam streckst du die Hand aus und legst sie auf das weiche grau-braune Fell. Ganz flauschig und warm fühlt es sich an. Sanft streichelst du das Häschen, das die Berührung genießt und fröhlich in der Luft herumschnuppert. Als wolle es sich bedanken, stupst es dich noch einmal mit seiner Schnauze an, bevor es in Richtung Wald davon hoppelt.

Die Wanderung durch den Wald hat dich angenehm schläfrig gemacht und du beschließt, dich in das weiche Gras zu legen und dort auszuruhen. Du liegst weich und bequem im kühlen Gras. Die Sonne beschenkt dich von oben mit ihren Strahlen und einer wunderbaren Wärme. Am Himmel siehst du weiße Wolken in den unterschiedlichsten Formen vorbeiziehen. Manche sehen aus wie Tiere, andere wie Dinge oder Fantasiegestalten. Welche kannst du erkennen?

Du atmest  tief ein und aus. Ein Gefühl des Glücks durchströmt dich. Du fühlst dich leicht und frei, ruhig und entspannt. Genieße die Sonne auf der Haut, das weiche Gras unter dir, die Geräusche der Natur um dich herum. Was siehst du? Was riechst du? Was hörst du? Was fühlst du? Versinke ganz in diesem Moment, dieser tiefen Ruhe und Zufriedenheit.

Komme langsam wieder ins Hier und Jetzt. Nun geht die Traumreise langsam zu Ende. Lasse deine Augen ruhig noch geschlossen und beginne ganz vorsichtig deinen Körper wieder aufzuwecken. Bewege zunächst deine Finger, dann die Zehen, dann fange langsam und behutsam an dich zu räkeln und zu strecken. Mache die Bewegungen, die dir jetzt gut tun. Wenn du soweit bist, öffne vorsichtig die Augen. Bleibe ruhig noch kurz liegen und spüre, wie die angenehme Ruhe und Zufriedenheit dich aus deiner Traumreise bis hierher begleitet haben. 

Fantasiereise fünf: Bergwanderung

Diese Fantasiereise dient der Ruhe und Entspannung. Trage sie ganz langsam und ruhig vor, auf diese Weise kann dein Kind in einen fast meditativen Zustand finden. Lasse nach jedem Absatz eine Pause von etwas 10 Sekunden, damit es Zeit hat, die inneren Bilder auf sich wirken zu lassen und tiefer in die Entspannung zu finden.

Vorbereitung:

Mach es dir bequem und finde für dich eine Position, in der du entspannen und es gut eine Zeit lang aushalten kannst. Am besten legst du dich auf eine Matte flach auf den Boden oder in dein Bett.

Versuche nun, alle Gedanken vorbeiziehen zu lassen und dich ganz auf den Moment und auf deinen Atem zu konzentrieren. Atme einmal tief ein und lange aus und dann lass deinen Atem einfach fließen und lausche ihm eine Zeit lang nach. Dein Körper entspannt sich. Dein rechter Arm wird ganz schwer und ganz warm. Du spürst, wie er entspannt in die Unterlage sinkt. Dein linker Arm wird ganz schwer und ganz warm. Er sinkt entspannt in die Unterlage, auf der du liegst. Von deinen Armen breitet sich die Schwere und Wärme in deinen ganzen Körper aus. Nach oben bis in deine Haarspitzen und ganz nach unten bis zu deinen Zehenspitzen. Du liegst ganz ruhig und entspannt. Bist du bereit für deine Fantasiereise? Dann geht es jetzt los.

Stell dir vor, du wanderst einen Bergpfad entlang. Um dich herum erstreckt sich eine wunderschöne Gebirgslandschaft. In der Ferne kannst du Berge sehen, die so hoch sind, dass auf ihren Wipfeln Schnee liegt, obwohl die Sonne sommerlich warm in dein Gesicht scheint. Der Berg, auf dem du wanderst, und die umgebende Hügellandschaft liegen tiefer. Hier ist es angenehm warm, ein sanfter Wind weht und du bist umgeben von saftig grünen Wiesen und Waldstücken.

Der Himmel leuchtet ins seinem strahlendsten Blau, ab und zu hebst du den Kopf und beobachtest, wie die Schäfchenwolken ganz langsam vorbeiziehen. Ihr Anblick erfüllt dich mit Ruhe und Gelassenheit. Wie die Wolken wanderst du ohne jede Anstrengung durch die hügelige Landschaft, es scheint fast so, als würdest du von etwas sanft getragen.

Rechts und links vom Weg wechseln sich kleine Laub- und Nadelwälder mit Wiesen und Weidestücken ab. Hinter der nächsten Wegbiegung hörst du schon von Weitem ein Durcheinander von Glockengeläut. Was kann das sein? Du wanderst weiter, genießt den Ausblick der Berge und des hübschen kleinen Dörfchens im Tal und die frische Luft. Du atmest tief ein und aus. Und noch einmal tief ein und aus. Mit jedem Einatmen strömt die klare Bergluft tiefer in dich hinein und mit ihr ein Gefühl der Lebendigkeit und Freude. Mit jedem Ausatmen lässt du schlechte Gedanken und Gefühle los und wirst Schritt für Schritt leichter und freier.

Du hast die Wegbiegung erreicht und kannst nun sehen, woher das Glockenläuten kommt: Auf einer großen, eingezäunten Wiese grast eine Herde von Kühen. Gemächlich wandern sie über die Wiese und genießen das saftige Gras, einige haben es sich in der Sonne bequem gemacht und dösen vor sich hin. Wie zur Begrüßung ertönt auf einmal ein lautes „MUUUUUH“, das laut widerhallt in der weiten Landschaft. Du näherst dich dem Zaun, gern würdest du einmal das glänzende, karamellfarbene Fell streicheln, das so weich und samten aussieht. Eine Kuh ist besonders zutraulich. Aus großen Augen blinzelt sie dich neugierig an, ab und zu wirft sie den Schwanz hin und her, um eine lästige Fliege zu verscheuchen. Du pflückst etwas Gras vom Wegrand und streckst behutsam die Hand aus.

Mit deinem besten „MUUUUUH“ und einem „Na komm, komm her!“ versuchst du die Kuh anzulocken und tatsächlich – sie nähert sich behutsam. Ihre Schnauze ist jetzt schon ganz nah an deiner Hand. Die Kuh blinzelt dich so freundlich aus ihren großen braun-goldenen Augen an, dass du weißt, du brauchst keine Angst zu haben. Dann mampft sie zufrieden die Grashalme, die du ihr entgegenstreckst. Sie ist dir jetzt so nah, dass du deine andere Hand ausstrecken und ihr über das weiche, glänzende Fell streicheln kannst. Es fühlt sich an wie Samt, ganz weich, glatt und warm. Die Kuh scheint die kleine Streicheleinheit zu genießen – und das Gras noch mehr. Auf einmal spürst du etwas Raues, Feuchtest über deine Hand streichen – du erschrickst kurz, dann musst du lachen. Die Kuh hat dir mit ihrer riesigen rauen Zunge über die Hand geleckt – das fühlt sich vielleicht komisch an! Du verabschiedest dich von ihr und wanderst weiter. Am anderen Ende der Weide entdeckst du noch ein süßes kleines Kälbchen und beobachtest es eine Weile, wie es an den Zitzen seiner Mama genüsslich Milch trinkt. Dann lassen sich die beiden auf einem gemütlichen Schattenplätzchen nieder und dösen.

Du wanderst weiter und die Sonne scheint wunderbar warm auf deine Haut. Sie taucht die Landschaft in ein warmes, goldenes Licht. Um dich herum hörst du die Vögel zwitschern und ab und zu siehst du ein Rotkehlchen oder eine Kohlmeise vorbeifliegen. Du fühlst dich vollkommen zufrieden und entspannt. Du genießt ganz den Moment, den wunderschönen Ausblick auf die Berge und die grünen Hügel, die klare Luft, die Wärme der Sonne auf deiner Haut.

Die Wanderung hat dich angenehm müde gemacht und nach ein paar Metern entdeckst du den perfekten Platz, um ein wenig auszuruhen. Über eine Wiese schlängelt sich ein schmaler Bach in Richtung Tal. Du ziehst Schuhe und Socken aus, setzt dich in die Wiese und streckst vorsichtig die Zehen nach dem plätschernden Wasser aus – „Huiii, ganz schön kalt!“ aber nach einer Weile gewöhnen sich deine Füße an die Kühle des Wassers, die nun angenehm und belebend wirkt. Auf der Wiese um dich herum wächst ein Meer aus Gänseblümchen, violetten Veilchen und gelben Butterblumen, ihr Anblick erfüllt dich mit Freude und lässt dich lächeln. Du lauschst dem Plätschern des Baches, genießt die Kühle des Wassers um deine Füße und die Wärme der Sonne auf deiner Haut. Du atmest tief ein und aus und die klare Bergluft durchströmt dich. Du fühlst dich ganz leicht und frei, ein Gefühl der Wärme und des Glücks erfüllt dich.

Komme langsam wieder ins Hier und Jetzt. Nun geht die Traumreise langsam zu Ende. Lasse deine Augen ruhig noch geschlossen und beginne ganz vorsichtig deinen Körper wieder aufzuwecken. Bewege zunächst deine Finger, dann die Zehen, dann fange langsam und behutsam an dich zu räkeln und strecken. Mache die Bewegungen, die dir jetzt gut tun. Wenn du soweit bist, öffne vorsichtig die Augen. Bleibe ruhig noch kurz liegen und spüre wie die angenehme Ruhe und Zufriedenheit dich aus deiner Traumreise bis hierher begleitet haben. 

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Larissa
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