Handysucht

Wenn das Liken zum Leiden wird

von | 14.01.2020

Digitale Entgiftung

Handysucht: Wie du dein Smartphone-Laster bekämpfen kannst

Schnell eine Nachricht beantworten, die neusten Instagram-Beiträge durchschauen oder unser Lieblingsspiel spielen. Immer mehr Menschen nutzen ihre Smartphones rund um die Uhr. Ab wann muss man von Sucht sprechen? Und welche Auswirkungen hat diese Sucht und wie bekämpfe ich sie? Wir erklären es dir hier.

Ab wann bin ich handysüchtig?

Unser Smartphone ist ein Multitalent. Es lässt uns mit Freunden und der Familie kommunizieren, es unterhält uns, bietet uns Musik und vieles mehr. Ein Alleskönner, der sich in jeder Situation im Alltag nutzen lässt. Es gibt zig Apps, die für uns einen Nutzen darstellen, uns jedoch auf direktem Weg in die Abhängigkeit führen. Bin ich gleich abhängig, wenn ich ein paar Mal auf mein Handy schaue? Grundsätzlich nicht. Von einer Sucht wird erst gesprochen, wenn das Smartphone unentbehrlich wird und der Nutzer die Kontrolle über den Handygebrauch verliert. Zum Beispiel das routinierte Smartphone-Zücken. Ein weiterer Faktor der Sucht ist, wenn das Handy zur psychischen Stabilisierung gebraucht wird, zum Vergessen von Frust oder Ablenkung von einer schwierigen Situation.

Die Smartphone-Sucht in Zahlen

In Deutschland nutzen rund 57 Millionen Menschen täglich ihr Smartphone. Zum Vergleich: 2016 waren es 51 Millionen. Diese Werte stammen aus einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research. Gemessen wird ab einem Alter von 14 Jahren. Nach der aktuellen Studie der Deutschen Angestellten- Krankenkasse (DAK) und dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE), sind 2,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland abhängig von Messengerdiensten, und somit von ihrem Smartphone (nach einer Studie von 2018). Das klingt nach einer kleinen Zahl, faktisch entsprechen 2,6 Prozent rund 100.000 Jugendlichen allein in Deutschland. Die Prognose für die nächsten Jahre zeigen einen weiteren Anstieg an. Es wird in Zukunft stetig mehr Smartphone-Abhängige geben.

Auswirkungen der Handysucht

Eine Sucht ist eine Sucht. Sie ist schädlich für den Körper. Die Handysucht hat sowohl psychische als auch gesundheitliche Auswirkungen auf uns. Das sind die gefährlichsten Nebenwirkungen bei übermäßigem Handy-Gebrauch und Tipps, wie du ihnen vorbeugen kannst:

1. Der berühmte „Handy-Nacken“:

das ständige Senken des Kopfs, um auf unser Handy zu schauen, drückt auf unseren Halswirbel – wir bekommen Nackenschmerzen. Tipp: Während der Nutzung möglichst gerade auf das Display schauen.

2. Die Konzentration sinkt

Solange das Handy in Griffweite ist, sind wir unkonzentrierter. Wir verlernen, uns komplett auf eine Sache einzulassen, da wir uns innerhalb von Sekunden wieder mit der nächsten Tätigkeit beschäftigen. Tipp: Leg dein Handy an einen Ort, wo du erst aufstehen musst, um es zu benutzen. So ist die Hürde zur Nutzung etwas größer.

3. Einschlafstörungen

Einschlafstörungen sind ein großes Problem bei der Handysucht. Durch den hohen Blau-Anteil im Display wird die Produktion des Schlafhormons Serotonin gehemmt und wir finden schlechter in einen ruhigen Schlaf. Tipp: Schalte dein Handy in den Nachtmodus (den findest du in den Einstellungen), dadurch nimmt dein Display automatisch einen rötlichen Ton an, der die Produktion von Serotonin nicht hindert.

4. Langfristige Augenschäden

Wer zu lange zu nah auf sein Display starrt, dem droht die Kurzsichtigkeit. Immer mehr Teenager haben Augenprobleme und sind auf eine Brille angewiesen. Tipp: Mache nach längerer Nutzung Augenentspannungsübungen, um deine Augen zu entlasten.

Social Media führt zu mehr Konsum

Facebook, Instagram und Twitter: Jede App bietet verschiedene Reize, Social Media Apps sind jedoch die Nummer Eins unter den Apps. Zwischen den Apps springen wir im Alltag immer wieder hin und her, bis wir jeden neuen Post unserer Freunde gesehen haben. Wir teilen unseren Alltag mit Menschen, die wir oft auch nur virtuell kennen oder mit Freunden, die wir gerne an unserem Leben teilhaben lassen. Der ständige Vergleich zum Leben der anderen entwickelt sich schnell zu einer Abhängigkeit und kann zu psychischen, gesundheitlichen Schäden führen. Das Handy wird zum virtuellen Spiegelbild der eigenen Person, die Nutzung der Apps dient nicht mehr nur der Unterhaltung, sondern auch der Darstellung.

Handysucht bei Kindern

Schon früh gewöhnt sich die junge Generation an die Nutzung eines Smartphones. Es ist wichtig, dass Eltern ein Auge auf den Gebrauch haben und sie bei der Wahl eines Kinderhandys unterstützen. Denn dort ist nicht nur die Abhängigkeit eine Gefahr, sondern auch der Datenschutz der Kinder. Eltern sollten ihre Kinder an den Gebrauch heranführen und Regeln festlegen, damit es nicht zu einer Handysucht kommt.

Handysucht bekämpfen

Die Smartphone-Sucht zu bekämpfen, ist nicht leicht. Der erste Schritt zur Bekämpfung Abhändigkeit des Handys ist, dass du die Sucht einsiehst. Es ist ernstzunehmender, als viele sich eingestehen wollen. Wenn wir das Handy im Übermaß nutzen, ist ein Smartphone Detox notwendig, um die Achtsamkeit im Umgang mit unserem Handy zu schulen. Es gibt verschiedene Arten des Digital Detox, einen perfekten Weg gibt es nicht. Du musst selbst herausfinden, welche Art von Smartphone-Detox zu dir passt und es auch wirklich wollen. Schau dir hier unseren Artikel Digital Detox an, um Genaueres zur digitalen Entgiftungskur zu erfahren.

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Hole dir Hilfe! 

Wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Handykonsum noch gesund ist oder nicht, oder wenn du ernsthafte psychologische Probleme hast oder Symptome eines Suchtverhaltens zeigst, wende dich an deinen Arzt oder an entsprechende Hilfsstellen, z. B. an das Deutsche Rote Kreuz, kostenlose Hotline: 08000 365 000.

Vera powerful me

Vera
liebt gute Bücher und Musik | schätzt Ehrlichkeit | ist immer zuversichtlich
Schreib uns: info@powerful-me.de

 

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